Tier & Mensch e.V.

Agrarwende in Gefahr
FRAU MERKEL - HERR MÜNTEFERING!
Im Wahlkampf standen die Themen Landwirtschaft, Umwelt- und Tierschutz kaum zur Debatte; Nur durch gelegentliche Äußerungen von CDU-Politikern wurde uns klar, wohin die Politik dieser Partei im Falle eines Wahlsieges führen würde.
So haben wir mit großer Sorge und auch Empörung zur Kenntnis nehmen müssen, dass die Union beabsichtigt, wichtige Errungenschaften im Tier- und Umweltschutz abzuschaffen. Das Wenige, das in den vergangenen Jahren erreicht wurde, soll offensichtlich wieder zerstört werden.
Die Agrarwende, die Frau Ministerin Künast eingeleitet hatte, ist in Gefahr!
Ein Beispiel dafür ist die Ankündigung, das Verbot der Käfighaltung für Legehennen rückgängig zu machen. Damit würde das vom Bundesverfassungsgericht erlassene Urteil missachtet und die kriminelle Tierquälerei legalisiert werden. Auch ist geplant, alle deutschen Tierhaltungsverordnungen auf die Mindeststandards der EU herabzuschrauben, womit Deutschland zu den Schlusslichtern der EU-Länder im Tierschutz gehören würde. Und das stünde im krassen Widerspruch zu unserem Grundgesetz.
Frau Merkel, Sie machen sich damit zum Handlanger der Tierfabrikanten, die nur die eigenen Profite im Auge haben!
Das Argument, mit der Intensivhaltung würden Arbeitsplätze erhalten, ist einfach lächerlich, denn das Gegenteil ist der Fall.
Auch die Pläne, das Gesetz zu revidieren, durch das die Landwirte vor Schäden durch genmanipulierte Feldfrüchte geschützt werden sollen, gehen in die falsche Richtung. Ebenso abwegig ist das Argument, der Verbraucher wolle die billigen Lebensmittel. Natürlich, der Verbraucher will billiges Fleisch, billige Eier, billiges Benzin, billiges Heizöl, billige Mieten usw. Aber dieses Verlangen kann nicht allein das Kriterium für eine verantwortungsvolle Politik sein, zumal die Erzeugnisse der Massentierhaltung auch große Gefahren in sich bergen.
Herr Müntefering, lassen Sie sich bei den Koalitionsverhandlungen nicht auf faule Kompromisse ein!
Die Entwicklung zu einer extensiv betriebenen, gesunden und natürlichen Landwirtschaft darf nicht stehen bleiben. Es wäre unwürdig, vor den berufsmäßigen Tierquälern in die Knie zu gehen.
Die Zukunft gehört dem ökologischen Landbau, dem Natur- und Umweltschutz und der Ächtung von Massentierquälerei!
E.Ulich Okt.05
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