Tier & Mensch e.V.

 
Weihnachtsdemo am 18.Dezember 2010



Wir waren nicht sehr viele "Unentwegte", die sich am Samstag bei Kälte  und Schnee zur adventlichen Tierschutzdemo über die Lindauer Insel zusammenfanden. Doch wir erregten Aufsehen bei den zahlreichen Passanten und viel Verständnis. Wir verteilten Zettel und Infoblätter und sangen dieses Lied nach der Melodie "Oh Tannenbaum" - Versuchen Sie es doch auch mal!

Wir zünden heut ein Lichtlein an

Wir zünden heut ein Lichtlein an – ein Lichtlein für die Tiere

Wir gehen raus für Hund und Katz

Wir woll´n sie nicht als Pelzbesatz

Wir zünden heut ein Lichtlein an – ein Lichtlein für die Tiere

Wir denken auch an Kuh und Schwein,

sie wollen alle glücklich sein!

Wir zünden heut ein Lichtlein an – ein Lichtlein für die Tiere

Auch Puten, Enten und dem Huhn

Soll niemand je ein Leid antun

Wir zünden heut ein Lichtlein an – ein Lichtlein für die Tiere

Wir fragen uns: Was braucht das Tier.

Wenn eins in Not ist, helfen wir!

Wir zünden heut ein Lichtlein an – ein Lichtlein für die Tiere

Was Du nicht willst, das man Dir tu´,

das füg auch keinem andern zu!

Wir zünden heut ein Lichtlein an – ein Lichtlein für die Tiere

Aktiv in Lindau Sommer / Herbst 2010

Ein Infostand auf der Lindau-Insel im Winter, zwei vor Ostern, einer zum Weltversuchstiertag am 24. April waren der traditionelle Auftakt. Es folgten Mitte Juni der Flohmarkt in Weißensberg, der diesmal zum ersten Mal wegen Regenwetter in der sehr beengten Weißensberger Festhalle statt fand und Mitte Juli das Stadtfest mit unserer großen Tombola zugunsten der Greifvogelpflegestation des Ehepaares Leitner. An dem Tag war es absolut hochsommerlich und der Loseverkauf gewohnt erfolgreich.

Zum Erntedankfest nahmen wir wie auch im letzten Jahr Kontakt zu den Pfarrern aus Lindau und dem Umland auf, schickten ihnen unser Informationsmaterial und boten an, nach dem Sonntags-Gottesdienst Flyer zur Massentierhaltung auszuteilen. Es waren wieder nur wenige, die zustimmten, immerhin aber durften wir vor vier Kirchen mit einem Infotisch stehen. In Oberreitnau übernahm das die Jugendgruppe, in Lindau stand Familie Weishaupt-Mooser mit Helga Semrau, in Wasserburg Monika Zetzmann und Karin Ulich, in Wiegratz informierte Ruth Ebert. Wir hatten den Eindruck, dass sich der Einsatz sehr gelohnt hat, bei goldenem Oktober-Sonnenschein blieben viele Kirchenbesucher stehen, etliche zeigten großes Interesse. Eine Dame ist sogar bereit, uns künftig bei unserer Arbeit zu unterstützen!

Da überdies an diesem Tag der große Dreiländer-Marathonlauf in Lindau startete, teilten wir zunächst Flyer an heranströmende Gäste und Teilnehmer aus. Wir hatten zu dem Zweck die Überschrift des Massentier-Flugis abgeändert: statt „Bürger und Bürgerinnen“ stand da: „Liebe Marathon-Freunde“.  Da griffen doch viele neugierig zu!

Am Montag, dem Welttierschutztag, hatte Helga Semrau eine kleine Demonstration vorbereitet. Mit großem Einsatz hatte eine Künstlerin sehr eindrucksvolle Plakate und Banner zu dem Leiden der Tiere in den Tierfabriken und unserer Verantwortung als Verbraucher vorbereitet. Acht Frauen gingen drei Stunden durch Lindau und standen als Mahnwache längere Zeit an besonders frequentierten Plätzen, wie an der Hafenpromenade. Es entwickelten sich sehr wertvolle Gespräche, auch mit einem Gastronomen, denn einige Passanten waren tief beeindruckt und nachdenklich geworden. Eine Dame, Gast aus Bad Grönenbach, hat beschlossen, an ihrem Heimatort selbst aktiv zu werden! Der heftigste Gegner war bei dieser Aktion der Föhnsturm, der rücksichtslos an Banner und Plakaten zerrte, so dass einige beschädigt wurden.

Die Tierschutz-Jugendgruppe machte in den Sommerferien zwei Ausflüge:

Eine wichtige Mission musste beim Gnadenhof / Argenhof erfüllt werden, denn die Kinder sollten ein Patentier für den Verein Tier & Mensch aussuchen. Die Wahl fiel auf das 17 Jahre alte Minischwein Peppi. Peppi war zusammen mit zwei Geschwistern als Geschenk bei einer Familie gelandet, die leider die erwachsenen Schweine dann nicht mehr halten konnten. So wurden sie schon vor vielen Jahren Gnadenhofbewohner. Wenn sie nicht das Hobby hätten, Pferde zu erschrecken und zu jagen, würden sie vielleicht frei auf dem Hof leben dürfen. So haben sie große, dick mit Stroh gepolsterte Boxen und jeden Tag eine Zeitlang Zugang zum Auslauf. Die drei Außengehege müssen sie mit den anderen Schweinen abwechselnd nutzen, denn da alle schon recht betagt sind, sind einige recht grantige Einzelgänger.

Geduldig wurden uns alle Gnadenhoftiere einzeln vorgestellt, bevor wir dann selbst aktiv wurden: In Gruppen aufgeteilt misteten wir Pferdeboxen und ein Eselgehege aus. Die Esel genossen es sehr, dass sie auch noch gestriegelt wurden. Wir bereiteten das leckere Obst- und Gemüsemenü für die Schweine vor und teilten es unter ihnen auf. Es war ein wahrer Genuss zu sehen und zu hören, wie es den Schweinen schmeckte! Der Besuch bereicherte uns alle auch dieses Mal sehr! Mehr über den Gnadenhof erfahren Sie hier:

http://www.der-gnadenhof.de/index.php?lang=de&cont=home

Im Oktober besuchten wir die Greifvogelpflegestation. Das Ehepaar Leitner nahm sich den ganzen Nachmittag Zeit für uns, damit wir die zur Zeit anwesenden Vögel und ihre Schicksale kennen lernen und auch vieles über die Besonderheiten der Aufzucht, Ernährung und Pflege verschiedener Wildvogelarten erfahren konnten.  Viele Turmfalken und Bussarde, die als Jungtiere im Süddeutschen Raum hilflos aufgefunden worden waren, trainieren zurzeit das fliegen in großen Volieren und Flughallen. Im Frühjahr, wenn sie genug Nahrung finden, werden sie wieder in ihrem Geburtsrevier frei gelassen. Nur wenige bleiben Dauergäste, so der Schwarzstorch aus Weiler, der leider eine unheilbare Flügelverletzung hat. Er bekommt ein eigenes Gehege mit Sumpfwald-Charakter.

Wir freuten uns, dass es unseren nun schon recht betagten Patenvögel gut geht! Zum ersten Mal waren wir nicht mit der Bahn, sondern mit dem Auto gekommen. Oh weh – ich hatte das Licht brennen lassen, und bei der Abfahrt war die Batterie leer! Doch dank Nachbarschaftshilfe war. das Auto schließlich mit der nötigen Starthilfe versehen, so dass  wir schließlich nach Hause fahren konnten!

Mehr über die Greifvogel-Pflegestation erfahren Sie hier:

http://www.lbv-kempten-oberallgaeu.de/projekte/pflegestation/pflegestation.htm

Karin Ulich, November 2010

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