Tier & Mensch e.V.

Bienen im Frühling

Nun tummeln sich die Honigbienen wieder in den duftenden Blüten, saugen Nektar und stopfen ihre Taschen an den Hinterbeinen mit Blütenstaub voll. Eine Biene lebt nie für sich alleine, sondern ist Teil eines großen, kompliziert organisierten Bienenvolkes. Das Volk überwintert gemeinsam, was bei Insekten selten ist. Denn Bienen können die Temperatur in ihrem Nest regulieren und haben im Herbst genug Vorräte gespeichert, um davon zu zehren. Doch im Frühling wird dringend Nachschub benötigt!
Der Kopf des Volkes ist die deutlich größere Königin, die alleine für die Eiablage zu-ständig ist. Sie hat eine Lebensdauer von vier bis fünf Jahren. Durch die Abgabe von Pheromonen (Botenstoffen) an die sie pflegenden Arbeiterinnen, dirigiert sie die Geschicke des Staates. Diese Botenstoffe werden durch gegenseitige Fütterung von einer Biene zur nächsten weitergereicht. So wird der Wabenbau gelenkt und das Volk zusammengehalten. Aber es verhindert auch die Entwicklung der Eierstöcke bei den Arbeiterinnen.
Von April bis Juni legt die Königin die meisten Eier, nämlich bis zu 2000 am Tag, was ihrem eigenen Körpergewicht entspricht. Dazu bekommt sie von ihren Arbeiterinnen sehr eiweißhaltiges Futter. Legt sie befruchtete Eier in normale Wabenzellen, schlüpfen nach 21 Tagen Arbeiterinnen. Legt sie diese jedoch in größere Zellen, werden die Larven besonders eiweißhaltig ernährt und es werden nach 16 Tagen Königinnen daraus. Aus nicht befruchteten Eiern werden Drohnen, männliche Tiere.
Nacheinander üben die Arbeiterinnen mehrere Berufe aus, zu denen die Reinigung des Stockes, das Versorgen der Königin und der Brutpflege, Wächterdienste und natürlich die Nahrungssuche gehören. Im Sommer sterben sie nach etwa fünf Wochen. Die im August geschlüpften überwinternden Arbeiterinnen leben wesentlich länger. Im Frühsommer, wenn der Staat am stärksten ist, schwärmt die Königin mit etwa der Hälfte der Arbeiterinnen aus und sucht eine neue Behausung. Dazu fliegen sie u.U. mehrere Kilometer weit. Eine junge Königin übernimmt im Heimatstock ihren Platz und fliegt einige Male aus, um sich von verschiedenen Drohnen begatten zu lassen. Der Samenvorrat reicht für ihr ganzes Leben.
Karin Ulich Mai 06
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