Tier & Mensch e.V.
Neues Jagdgesetz
Ministerin Künast will Fallen verbieten!
Am 19. März stellte Frau Künast die Eckpunkte für ein neues Wald- und Jagdgesetz vor. Es sieht vor, tierschutzwidrige Jagdpraktiken zu verbieten und den Natur- und Umweltschutz zu stärken.
Nicht nur bei Natur- und Tierfreunden wird der energische Vorstoß unserer Verbraucherministerin Zustimmung finden, sondern sicherlich auch bei allen verantwortungsbewussten Jägern und Forstleuten. Denn schon lange leiden die Jäger unter einem schlechten Ruf und tiefer Abneigung in der Bevölkerung besonders wegen der so willkürlich praktizierten Haustierabschüsse, der umweltfeindlichen, grausamen Jagd auf Vögel mit Bleischrot und den furchtbaren, teilweise verstümmelnden Schlagfallen, in denen sich nicht nur Wild-, sondern auch oft genug Heimtiere zu Tode quälen. Nach der geplanten Gesetzesänderung können sich die schwarzen Schafe unter den Jägern nicht mehr mit der Legalisierung ihres Tuns durch ein Gesetz herausreden, das längst ins Museum gehört (am besten zum Thema "Folter"). Es hat lange gedauert, bis sich endlich einmal die Politik dieser Missstände annahm!
Auch der kränkelnde Wald braucht unbedingt mehr gesetzlichen Schutz, ist er doch ein Teil unserer Lebensgrundlage, dazu der zuverlässigste Wasserspeicher und damit exzellenter Hochwasserschutz. Und der Wald schützt vor Erosion, Muren und Lawinen in den Bergen. Der Aspekt, dass Wald die wichtigste Quelle für die Erholung gestresster Menschen ist, sollte auch jedem Politiker wichtig sein. Kahlschläge sollen nun endlich verboten werden. Es ist ein Hoffnungsschimmer, dass die deutsche Regierung möglicherweise die Fehler korrigiert oder mindert, die gerade von der Bayerischen Staatsregierung in waldverachtender Weise beschlossen worden sind, um vordergründig Geld zu sparen.
Karin Ulich
Leserbrief zum Thema "Frau Künast will Fallen verbieten"
Dieser Beitrag ist unkorrekt. Es wird der Eindruck erweckt, dass jegliches Fallenstellen zu verurteilen ist und zurecht verboten gehört. Es muss erlaubt sein, Tiere, die Schaden anrichten, unversehrt, also lebend zu fangen und sie schmerzfrei zu töten. Wir können nicht tatenlos zusehen, wie der Fuchs ein Huhn nach dem anderen tötet, manchmal auch gleich 10 auf einmal, oder auch Gänse. Wir fangen den Fuchs in einer großen Kastenfalle, und er wird darin erschossen. Tiere sind Mitgeschöpfe, die nicht gequält werden dürfen. Es muss aber auch möglich sein, Tiere in begründeten Fällen zu töten.
Willi Paetsch September 04
Anmerkung der Redaktion:
Der Geflügelhof Paetsch-Rebotzke ist ein vorbildlicher Biolandbetrieb mit Legehennen, Masthühnchen und Weihnachtsgänsen. Er beliefert Berliner Naturkost-Läden und wurde mehrfach ausgezeichnet. Der Hof befindet sich in Hohenbrück im unteren Spreewald.
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