Tier & Mensch e.V.

 
Pressemitteilung -
 Fleischsteuer kann maßgeblich zur Klimarettung beitragen

  2.1.2010  

Kurz vor Jahresende empfahl Frau Ministerin Aigner, den Fleischverzehr drastisch zu reduzieren, auf etwa die Hälfte, unserer Gesundheit und dem Klima zuliebe. Sie fügte hinzu, dass sie selbst sich darum bemü­he. Angesichts des eingeschlagenen politischen Weges der Schwarz-gelben Koalition, die Massentierhaltung in Deutschland weiter auszubauen, ist diese Äußerung fast sensationell.

Nun  müssen ihren Worten Taten folgen, neben der längst fälligen ökologischen Agrarwende, die für die Zukunft von Klima, Umwelt, Tiere und Menschen unvermeidlich ist, muss eine Fleischsteuer eingeführt werden. Mit dieser Forderung wandte sich „Tier und Mensch e.V.“ an Landwirtschaftsministerin Aigner.

Ernst Ulich - ehrenamtlicher Geschäftsführer von „Tier und Mensch e.V.“ und Träger des Berliner Tierschutzpreises 2009 - erläutert den Schlüssel zur Wende: Über eine Steuer auf  Fleisch müssen sich die immensen Folgekosten im Preis niederschlagen. Das eingenommene Geld muss dazu verwendet werden, die durch die Agrarproduktion verursachten Schäden zu beseitigen und wird zudem für den Aufbau einer extensiven, schonenden, biologischen Landwirtschaft benötigt. Es dürfen keine Subventionen mehr in Agrarfabriken und Umwelt belastende Formen der Landwirtschaft mehr fließen. Gründliche Kontrollen müssen Missbrauch wirksam unterbinden – entsprechende Gesetze bestehen ja bereits und dürfen nicht länger ignoriert werden.

Seit Jahren schauen wir zu, wie jeder Ansatz der Weltregierenden eine lebensfähige Zukunft auf unserer Erde zu ermöglichen, kurzsichtigen Profit-Interessen geopfert wird. So werden mit wachsender Geschwindigkeit die Urwälder – die wichtigsten Klimaregulatoren! – vernichtet, um Agrosprit und Futtermittel für Massentierhaltungen mit Gift, Kunstdünger und Gentechnik anzubauen. Auf dem Rücken der gesamten Mensch­heit und ihrer Mitwelt wird so die Grundlage für billige Erzeugung tierischer Nahrungs­produkte geschaffen. In Deutschland sprießen immer neue Mastfabriken mit Zehn­tausenden Schweinen, Puten, Enten oder Hühnern wie Pilze aus dem Boden. Der Energieaufwand ist immens, die Umweltschäden ungeheuerlich, der Effekt auf das Klima liegt weit über der Klima­belastung durch den gesamten Verkehrssektor. Die FAO und Worldwatch schätzen die CO2-Emmission der Tierproduktion auf 20% bis über 50% der Gesamtemissionen je nachdem, was mit in die Rechnung einfließt.

Die Schäden der Massentierhaltung sprengen jedes Begriffsvermögen, aber kaum je äußert sich ein verantwortlicher Politiker ehrlich dazu. Im Gegenteil, der Koalitionsvertrag sieht ausdrücklich vor, die Landwirtschaft für den Weltmarkt konkurrenzfähig zu machen und auf  Export auszurichten. Das heißt, billige Massenerzeugung wird forciert.

Tier und Mensch e.V. wird sich auch im Jahr 2010 mit Nachdruck für Tier- und Umweltschutz einsetzen!  

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