Tier & Mensch e.V.

Gänsedaunen – brutal ausgerissen

Ende Juni 09 deckte die Tierschutz-Organisation „Vierpfoten“ in Königsmoor bei Hamburg eine furchtbare Tierquälerei auf: Auf dem Gänsehof der Firma Schwerk wurden heimlich lebende Gänse systematisch in Rupfmaschinen gerupft, die für tote Tiere vorgesehen sind. Dabei wurden die verängstigten und verletzten Gänse äußerst roh misshandelt. Viele erlagen ihren schweren Verletzungen, doch kein Mensch kümmerte sich um die Opfer.  „Vier Pfoten“ dokumentierte die Tortur und zeigte diesen strafbaren Verstoß gegen das Tierschutzgesetz an. 

Offenbar wurden seit vielen Jahren schon Zehntausende Gänse auf diese Weise gequält und die Daunen mit großem Gewinn an eine deutsche Daunenfabrik verkauft, ohne dass die verantwortlichen Amtstierärzte es bemerkten. Der Käufer der Daunen ist anscheinend noch nicht überführt worden. Aber er hat die Federn der letzten Rupfung vermutlich erhalten, denn die frischen Daunen im Wert von etwa einer halben Million Euro wurden Hals über Kopf nach dem bekannt werden der Tierquälerei in Lastwagen fortgeschafft.

Schwerk  ist eine der größten deutschen Gänsezucht-Anlagen. Der Betreiber hatte es bis in den Vorstand des Bundesverbandes bäuerlicher Gänsehalter gebracht. Da trat er nun zurück.

Aufgrund der Beweise wurde dem Betreiber Mitte Juli die Gänsehaltung verboten. Möglicherweise darf sie aber von einem Angehörigen fortgesetzt werden.

Seit 2005 kassierte Schwerk jährlich 165.000€ EU-Subventionen. Es wäre unbegreiflich, wenn er diese Gelder nicht zurückzahlen müsste.

Das brutale Lebendrupfen per Hand ist in anderen Ländern wie z.B. Ungarn erlaubt, und der Kunde von Daunenbetten oder –jacken erfährt nicht, ob die Daunen von toten oder gewaltsam lebend gerupften Tieren stammen. 

Daunen können leicht durch Kunstfasern ersetzt werden –  so hat der Tierfreund eine Alternative, solange er nicht weiß, unter welchen Umständen Daunen gewonnen wurden.

Karin Ulich September 2009

Inzwischen, im November 2010 wurde Herr Schwerk nach Absprache mit dem Staatsanwalt zu einer Geldstrafe von 1.500,-€ verurteilt. Damit konnte ein öffentlicher Prozess vermieden werden, was dem Tierquäler sehr entgegen kam. Die Geldstrafe zahlt er wahrscheinlich aus der Portokasse. 

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