Tier & Mensch e.V.
Geklonte Würde
Seit einiger Zeit schlagen die Wellen hoch, wenn das Gespräch auf das Klonen kommt. Befürworter und Gegner versuchen, die Öffentlichkeit auf ihre Seite zu ziehen.
Angefangen hat es mit Dolly, jenem berühmten Schaf, das seine irdische Existenz nicht dem natürlichen Vorgang des Verschmelzung einer Eizelle mit einem Spermium verdankte, sondern dem medizinisch-biologischen Fortschritt: In eine entkernte Eizelle wird auf künstlichem Wege der Zellkern eines erwachsenen Tieres eingesetzt.. Der heranwachsende Embryo wird somit zu einem genetischen Doppelgänger.
Es lassen sich zwei Formen des Klonens unterscheiden: Das reproduktive und das therapeutische Klonen. Beim reproduktiven Klonen wird ein genetischer Doppelgänger erzeugt, beim therapeutischen Klonen, das man als "abgebrochenes reproduktives Klonen" bezeichnen kann, wird der (sehr kleine) Embryo abgetötet, um aus ihm Stammzellen für die "Ersatzgewebezucht" zu entnehmen. Von einer Beherrschung der mit dem Klonen gegebenen medizinischen Probleme kann nicht gesprochen werden. So wurde beispielsweise das Schaf Dolly kürzlich auf Grund vorzeitigen Alterns eingeschläfert.
Darf der Mensch all das verwirklichen, was technisch machbar ist?
Sind da nicht Grenzen gesetzt, die vielleicht schon längst überschritten wurden? Ist es mit der Würde des Menschen – und wir fügen hinzu: auch mit der des Tieres vereinbar, auf diese Weise künstlich erzeugtes Leben hervorzubringen?
Mit dieser Frage hat sich nun auch der Bundestag beschäftigt. Eine große Mehrheit der Abgeordneten hat sich am 20. Februar 2003 das für ausgesprochen, dass sich die Regierung in der UN für ein weltweites Verbot aller Formen des Klonens bei Menschen einsetzen sollte.
Damit dürfte auch der von Kanzler Schröder ins Leben gerufene "Nationale Ethikrat" seine Daseinsberechtigung verloren haben. Den Abgeordneten, wie auch der Mehrheit der Bevölkerung, ist offensichtlich nicht wohl bei der Vorstellung, allein die Forschung dürfe verantwortlich die ethischen Probleme lösen. Zu oft in der Geschichte haben wir es erlebt, wie gewissenlos und verbrecherisch auch Wissenschaftler handeln können!
Diese auf die menschliche Gemeinschaft zielende Übereinkunft ist zu begrüßen, wenn sie auch - wieder einmal - viel zu kurz greift:
Unter der Voraussetzung, dass Gleiches auch gleich zu behandeln ist, ist überhaupt nicht zu verstehen, dass sich das Klonverbot nur auf Menschen und nicht auch auf Tiere zu beziehen hat.
Manfred Schlüter(April 2003)
Die Klonversuche bei Tieren gehen lustig weiter. Inzwischen ist es gelungen, ein geklontes Rennpferd gesund zur Welt zu bringen, und die Rennstallbesitzer beginnen schon, sich dafür zu interessieren. Und chinesische Forscher haben die Anfänge einer Schimäre zusammengebastelt, nämlich eine Mischung von Mensch und Kaninchen.
WO SOLL DAS ENDEN?
E.U. (August 2003)
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