Tier & Mensch e.V.
Anbau von Gen-Pflanzen in Deutschland
Leserbrief an die Tageszeitung „DIE WELT“
Schlimm genug, dass nun dank des Druckes einer mächtigen Lobby genmanipuliertes Saatgut in Europa verwendet werden darf. Denn es wird sich ohne strenge Gegenmaßnahmen unaufhaltsam durch Pollenflug auch überall dort einnisten, wo es einfach nicht hingehört. Es würde wohl nur ein paar Jahrzehnte dauern, bis jeder Acker mit künstlich veränderten Genen verunreinigt wäre.
Ich finde es sehr ungerecht, dass den Landwirten, die ohne genmanipulierte Saat arbeiten, die immensen Kosten der Kontrolle aufgehalst werden.
Es ist also das mindeste, was die Regierung tun kann, wenn sie für einen Landwirt strenge Strafen vorsieht, der durch die Aussaat genmanipulierter Feldfrüchte einen Nachbarn schädigt. Ein Biobauer könnte ja seine Ware nicht mehr als Bioware verkaufen, was ihn ruinieren würde.
Ein Skandal, wie rücksichtslos die Opposition nun vehement gegen die Bestrafung der Verursacher wettert! Sie vertritt nicht die Landwirte und auch nicht die Verbraucher, von denen die meisten keine genmanipulierte Nahrung kaufen wollen. Nein, sie vertritt ausschließlich die Gewinninteressen eines Industriezweiges, der die Nahrung der Zukunft nach seinem Gutdünken diktieren will. Die Politiker, die sich so fern vom Bürger bewegen, haben nicht mein Vertrauen.
Karin Ulich (15.02.04)
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