Tier & Mensch e.V.

Handelsware Tier für Libyen – Regierung freut sich

Die Große Koalition ist sich einig in dem Bemühen, Massen-Tierproduktion zu fördern und den Absatz auf den Weltmärkten zu forcieren. Und da die Kälber genauso überflüssig sind wie ein großer Teil der Milch, soll der Rinder-Export angeheizt werden:

Anfang Juli wurde vom Landwirtschaftsministerium stolz verkündet, dass die Veterinärdienste von Deutschland und Libyen sich geeinigt haben, die Schlachttiertransporte wieder aufzunehmen und den Tierhandel auszuweiten. Dr. Müller (CSU), Staatssekretär im BMELV hat den Schritt Libyens als einen großen Vertrauensbeweis gewertet.

Erst 2005 waren die Export-Subventionen für Schlachtrinder nach Jahrzehntelangen Protesten der Tierschutz-Organisationen von der EU gestrichen worden – ein wichtiger Erfolg! Allerdings wurden weiterhin Subventionen für Zuchttiere gezahlt. Dieses Schlupfloch für Subventionsbetrug hat Deutschland mit zu verantworten, denn die EU-Agrar-Kommissarin Mariann Fischer-Boel wollte die Export- Subventionen ganz abschaffen. Nun hat Deutschland also einen weiteren Vorstoß unternommen, den Tierschutz zu untergraben. Die Kontrollen sind völlig unzureichend und das betäubungslose Schächten, das die Tiere in Libyen erwartet, entspricht nicht unserem Tierschutzgesetz.

Das Ziel, die grausamen und verlustreichen Tiertransporte abzuschaffen, ist wieder in weite Ferne gerückt. Geschäft geht wieder einmal vor.

In dem Zusammenhang möchte ich auf den Verein „Animal´s Angels“ von Christa und Michael Blanke hinweisen. Der Verein hat sich seit seiner Gründung vor elf Jahren International ein hohes Ansehen durch seine kompetente, seriöse Arbeit erworben. Nach dem Leitgedanken „Wir sind bei den Tieren“ werden Tiertransporte begleitet, Tiermärkte kontrolliert und alle Gesetzesverstöße genau protokolliert und angezeigt. In einigen Ländern sind Mitarbeiter von Animal´s Angels beauftragt worden, Polizisten und Zöllner auszubilden, um Tiertransporte kompetent zu überprüfen.

Karin Ulich

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