Tier & Mensch e.V.
Das Hühnermobil
Eine besonders gute Art der Freilandhaltung von Legehennen
Da ab 2007 in Deutschland die Käfighaltung von Legehennen verboten ist, müssen verstärkt alternative Haltungen aufgebaut werden, um eine nennenswerte deutsche Eier-Erzeugung zu gewährleisten. Als Auszeichnung für die Entwicklung und den Bau des "Hühnermobils", einem modernen Stall auf Rädern, erhielt der Bio-Landwirt und Stallbauer Max Weiland den Förderpreis Ökologischer Landbau 2003 des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft.
Bei der Freilandhaltung von Legehennen mit der Unterbringung in der Nacht in einem festen Stall gibt es massive Probleme, besonders dann, wenn die Herdengröße die Zahl von ca. 800 Tieren übersteigt. (siehe auch Erfahrungen mit Freilandhaltung)
Not macht erfinderisch
Um dieses Problem auszuschließen, und aufgrund seiner langjährigen Erfahrung mit der Freilandhaltung von Hühnern, entwickelte der Bio-Landwirt Max Weiland den Prototyp einer mobilen Freilandhaltung, die als optimale Lösung für eine Legehennen-Freilandhaltung, sowohl im ökologischen als auch konventionellen Landbau, angesehen werden kann.
Max Weiland ist als Bio-Landwirt ein überzeugter Verfechter artgerechter Tierhaltung. Deshalb steht in diesem System das Wohl der Hennen im Vordergrund. Durch das Wechseln der Weiden wird eine Überbeanspruchung der Flächen und die damit verbundene Umwelt- und Gesundheitsbelastung vermieden.
Mobiler Stall mit allem Drum und Dran
Das Hühnermobil ist ein richtiger Stall, der rundherum abgedichtet ist und daher Schutz vor Mardern und Füchsen während der Nacht bietet. Automatisches Futterband, Tränke- und Beleuchtungsanlage zählen ebenso zu der Grundausstattung wie ein Mistband, das den gesamten im Stall anfallenden Kot auffängt. Durch die eingebaute Hydraulik, die den Stall nach oben hebt, und Niederdruckräder, die ein Weiterfahren auch bei schlechten Bodenverhältnissen erlauben, wird der Stall mobil. Das Hühnermobil kann leicht mit dem Traktor versetzt bzw. auf anderen frischen Wiesenflächen eingesetzt werden. Alle Stallgrößen sind für den Transport an ihren Bestimmungsort straßentauglich, da sich der Stall durch Einklappen der Seitenteile auf Normalbreite verkleinern lässt. Die Hühner haben dadurch jeden Tag freien Auslauf und immer frisches Gras, Kräuter und die Möglichkeit zum Sandbaden. Der Stall wird etwa alle 14 Tage umgesetzt.
Der Prototyp des Hühnermobils bietet Platz für 500 Hühner. Er wird von Max Weiland selbst betrieben und kann nach vorheriger Absprache besichtigt werden. Weitere Hühnermobile sind für 700 bzw. 1.000 Hennen vorgesehen und ein Prototyp für 1.200 Hühner ist in Planung. Ein Landwirt zeigt bereits dafür Interesse, auf seinem Hof das Hühnermobil im großen Stil (10 X 1.200 Hennen) einzusetzen, um einen Großabnehmer mit Eiern aus artgerechter ganzjähriger Freilandhaltung zu beliefern.
Das Hühnermobil könnte mit der artgerechen Hennenhaltung zu einem soliden Standbein bäuerlicher Betriebe werden.
Inzwischen haben auch der Tierschutzverein "Vier Pfoten" und der NEULAND-Verein für artgerechte und umweltschonende Nutztierhaltung e.V. Bonn eine Hühnermobilbesichtigung durchgeführt und zeigen daran großes Interesse.
Kontaktadresse:
Stallbau Weiland GbR, Max und Iris Weiland, Am Mittelberg 6a, 37213 Witzenhausen
Tel.: 05542/501462, Fax: 05542/501958, Email: info@huehnermobil.de, Internet: www.huehnermobil.de
Hans H. Gast, Kassel (Sept. 2003)
Wir verweisen in dem Zusammenhang auch auf unseren Artikel Massen-"Freiland"-Haltung
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