Tier & Mensch e.V.

Jagdtourismus –  die schlimmsten Auswüchse des Jagdsports

„Bestandskontrolle" nennen die Hobbyjäger ihre Leidenschaft, auf Tiere zu zielen und sie möglichst mit nur einem Schuss rasch und schmerzlos zu töten. Das ist natürlich eine jämmerliche Ausrede, genau wie die Rede vom „Heger und Pfleger“, der nur Gutes tut, um den deutschen Wald „im Gleichgewicht" zu halten.

Wer das nötige Kleingeld zur Verfügung hat, dem genügen natürlich unsere harmlosen Tiere nicht. Er geht ins wilde Ausland, wo zur Lust am Töten noch der Reiz der Gefahr droht. Wie sieht also eine typische Löwenjagd in Südafrika aus? Es werden männliche Tiere ein Jahr lang gezüchtet und einen Tag vor der „Jagd" frei gelassen. Ein Stück Fleisch als Köder wird an einen Bau gebunden, so wird das arglose Tier angelockt. Der Hobbyjäger schießt auf das Hinterteil des Löwen, damit die begehrte Trophäe, der Kopf, unverletzt bleibt. Das Tier verendet unter schrecklichen Qualen.

Ein solches Vergnügen ist für weniger als 4.000 natürlich nicht zu haben. Der Abschuss einer Giraffe ist mit 2.000 schon billiger. Weitere Beispiele aus der Preisliste: Leopard 2.500.-, Wasserbock 1.900.-, Stachelschwein 265.-. Am preiswertesten mach’s der Schakal. Er lässt sich für 30.- abknallen.

Da wollen Amerika und Russland nicht nachstehen. In Kamtschatka gibt es Pauschalpreise für Abschuss eines Riesenelches, inklusive aller Jagdgenehmigungen, Trophäenpräparation, Verpackung zum Rücktransport sowie Getränke und Spirituosen (begrenzt) im Jagdrevier, alles zusammen für etwa 9.000 US-Dollar.

Sogar in Deutschland gibt es eine Art von Jagdtourismus, nämlich für solche Hobbyjäger, in deren Heimat strengere Jagdverbote gelten als bei uns. Also nehmen z.B. Niederländer an organisierten Jagden gegen Bezahlung in Rheinland-Pfalz teil.

„Verwerflich ist die Tatsache, dass staatliche Stellen diese Jagden ausschreiben, wobei die Tötung der Tiere nur nach dem Prinzip der Trophäenjagd stattfindet - ohne jede ökologische Grundlage", so Astrid Suchanek.

Quelle: Pro-iure-animalis März 2009

 

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