Tier & Mensch e.V.
Käfig ist Käfig
Der "ausgestaltete" Käfig ist keine akzeptable Haltungsform für Legehennen!
Nach dem Verbot für herkömmliche Batteriekäfige ab 2007 in Deutschland versucht die Hühnerlobby verzweifelt, ihre Pfründe mit Hilfe von Tierquälerei weiterhin zu verteidigen. Man kam auf die Idee, die Käfige zu möblieren, d.h. die Hennen sollen ein Nest, Sitzstangen und ein Sandbad bekommend. (Das „Sandbad“ jedoch ohne Sand, damit die Fließband-Technik nicht kaputt geht.) Und das alles auf einer Fläche von 750 cm² pro Huhn, also wenig mehr als ein DIN A 4 Blatt. Wie soll das funktionieren? 10 Hennen sollen jeweils in einen entsprechend großen Käfig eingesperrt werden. Sie stehen nach wie vor auf Drahtböden. Das Sandbad wird erst dann mechanisch geöffnet, wenn die Hennen die Legenester verlassen haben. Und dann wird der tägliche Kampf um die besten Plätze beginnen. Es gibt immer stärkere Tiere, und die schwächeren können nicht ausweichen. Sie werden gehackt und zur Seite gedrängt, müssen mit den schlechteren Plätzen, nämlich den Gitterrosten vorlieb nehmen. Um die ständige Unruhe einzudämmen, wird die Lichtstärke zu Dämmerlicht reduziert - eine weitere Quälerei, denn Hühner sind tagaktiv.
Bis zum Jahre 2012 sollen solche Anlagen in Deutschland erlaubt sein, aber die Hühnerbarone versuchen, diese Frist zu verlängern. Was schlagen sie vor? Der Käfig wird umbenannt in „Klein-Voliere“! Dann ist es kein „Käfig“ mehr und die Hühner fühlen sich wohler! Nun muss sich eine Arbeitsgruppe, zu der auch drei Tierschützer gehören, mit diesem Problem beschäftigen. Da das Gesetz im Bundesrat zustimmungspflichtig ist, kann man sich vorstellen, wie schwierig es sein wird, sich gegen die übermächtige Tierquäler-Lobby durchzusetzen.
Wir halten es jedenfalls mit Frau Künast: Käfig ist Käfig - und der muss weg!
E.Ulich Juni 2004
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