Karins Naturtipps
Hier erscheinen wöchentlich aktuelle Naturtipps aus Lindau von Karin Ulich, Tierärztin

 

Tipp 106

Naturfreunden fällt auf, dass es kaum noch Schmetterlinge gibt. Gerade die von blühenden, nährstoffarmen Wiesen- und Wegrändern abhängigen Arten wurden innerhalb von wenigen Jahren zusammen mit ihren Lebensräumen ausgerottet. Mähen und Mulchen mit dem Mähgut bedeutet den Todesstoß für diese kostbaren und herzer­freuenden Landschaftselemente, die nun weitgehend vernichtet worden sind. Das wird gesetzlich leider nicht geahndet, wohl aber das Fangen von Schmetterlingen. Das ist streng verboten und sollte zur Anzeige gebracht werden, wenn einer dabei beobachtet wird. Kaum zu glauben, aber die Gattung der Schmetterlingsfänger ist offenbar noch nicht ausgestorben.

 

Tipp 105

Jedes Geschöpf kämpft, wenn nötig, mit seinen mehr oder weniger begrenzten Mitteln verzweifelt um sein Leben oder das seiner Kinder. Manchmal beobachtet man auch, dass Außenstehende zur Hilfe eilen: So kamen zum Beispiel drei Sta­re angeflogen, um die Stareneltern an unserem Starenkasten zu unterstützen, die sich verzweifelt bemühten, eine Elster abzuwehren. Die wollte sich nämlich die Starenjungen holen. Ähnlich war es, als sich eine Rabenkrähe bei den Jungen eines  Elsternpaares bedienen wollte: In den erbitterten Kampf der Eltern gegen den hartnäckigen Eindringling schaltete sich eine weitere Elster ein, um die Krähe zu vertreiben. Solche Beobachtungen kann man im Allgemeinen nur bei Tierarten ma­chen, die – zumindest außer­halb der Brutzeit - in größeren Sozialverbänden leben.

         

Tipp 104

Beim Ökologischen Fußabdruck geht es um etwas Existentielles: den Verbrauch jedes Einzel­nen an Lebensgrundlagen (Wasser, Energie, Roh­stof­fen und den Beitrag zum Klimawandel). Der durchschnittliche Ökologische Fußabdruck  der Deut­schen würde zweieinhalb Erdkugeln erfordern, wollte jeder Mensch unsere Lebensweise beanspruchen. Besonders ein geringer Verbrauch an Tierprodukten würde die "Ökologische Schuh­größe" entscheidend reduzieren.           

 

 

Tipp 103

Natürliches Gleichgewicht und Überlebensstrategien:

Wir wissen, in der Natur herrscht das strenge Gesetz vom Fressen und Gefressen-Werden. Jedes Tier und auch die Pflanzen haben die unterschiedlichsten Strategien entwickelt, um ihre Haut zu retten oder zumindest das Weiterbestehen der Arten. Mit Säurepfeilen halten sich Brennnesseln gierige Mäuler vom Leib, abschreckender Geschmack, verbunden mit Warnfarben, helfen unter anderem Wespen und vielen Raupenarten, von Vögeln gemieden zu werden. Leckere Schwebfliegen imitieren ihr warnendes Aussehen und werden dank dieses Tricks häufig verschont. Großer Kinderreichtum und Tarnfarben sind dann eine unentbehrliche Lösung, wenn Beutegreifer nicht abgeschreckt werden können. Dank Tarnung oder schneller Flucht überleben immer einige, die flink für Nachwuchs sorgen. Mäuse sind für viele Tierarten die Grundnahrung, aber auch von den jungen Singvögeln überleben nur durchschnittlich 10% das erste Lebensjahr.

Doch wenn nötig kämpft jedes Geschöpf mit seinen mehr oder weniger begrenzten Mitteln verzweifelt um sein Leben oder das seiner Kinder. Manchmal beobachtet man auch, dass Außenstehende zur Hilfe eilen: So kamen zum Beispiel plötzlich drei Stare angeflogen, um die Stareneltern zu unterstützen, die sich verzweifelt bemühten, eine Elster abzuwehren. Die wollte sich nämlich die Starenjungen aus dem Kasten ziehen. Ähnlich war es, als sich eine Rabenkrähe bei den Jungen eines Elsternpaares bedienen wollte: In den erbitterten Kampf der Eltern gegen den hartnäckigen Eindringling schaltete sich eine weitere Elster ein, um die Krähe zu vertreiben. Solche Beobachtungen kann man im Allgemeinen nur bei Tierarten machen, die – zumindest außerhalb der Brutzeit - in größeren Sozialverbänden leben.

Sollte ein natürliches Gleichgewicht durch das Prinzip des Fressens und Gefressen-Werdens aus verschiedenen Gründen nicht ausbalanciert sein und eine Art übermäßig zunehmen, wird die Tier- oder Pflanzenart durch Krankheiten und Parasiten ins Lot gebracht. Dann können sich Seuchen und Würmer schnell von einem Individuum zum anderen ausbreiten, die zu dicht beieinander leben. Bei Tieren ist zudem das Immunsystem durch Stress aufgrund sozialer Probleme geschwächt. Ein Paradebeispiel sind Massentierhaltungen, in denen heute die meisten deutschen Schweine, Hühner und Puten und Enten dahinvegetieren. Ohne häufige Antibiotikagaben würden die Bestände zusammenbrechen. Die Systeme der industriellen Intensivhaltung könnten ohne diese Medikamente nicht funktionieren. Da zunehmend Krankheitserreger gegen immer mehr Antibiotika resistent werden, kann es wohl nicht mehr lange dauern, bis eine bäuerliche, gesunde Tierhaltung mit kleinen Beständen in Freilandhaltung wieder Bedeutung erlangt.

Es ist immer riskant, Tier- und Pflanzenarten in anderen Ländern freizulassen. Bunt und unübersehbar sind bei uns in regenreichen Gegenden die Folgen der Aussaat des roten Himalaya-Springkrauts, das nun unbekümmert viele Pflanzen und die von ihnen lebenden Tiere überwuchert und verdrängt. Aber auch fremde Tierarten können schwerwiegende Folgen bewirken: Als einst in Australien Kaninchen aus Europa ausgesetzt wurden, vermehrten sie sich so rasant, dass sie das Land von Süden her schier kahl zu fressen begannen. Bis man Kaninchen, die mit der Seuche Myxomatose infiziert waren, aussetzte. Die Seuche breitete sich wie ein Lauffeuer aus. 95% der Kaninchen starben, die übrigen vermehrten sich zwar, aber ihre Anzahl wurde künftig von der Krankheit soweit in Schach gehalten, dass sie nicht mehr ihre eigene Nahrungsgrundlage gefährdeten. So sorgte sie für ein ökologisches Gleichgewicht.

Artenvielfalt führt zu einem wundersames Netzwerk von ganz unterschiedlichen gegenseitigen Einflüssen und Abhängigkeiten. Man kann das mit einem Werkzeugkasten, angefüllt mit vielen unterschiedlichen Werkzeugen in allen möglichen Größen für eine Fülle von Einsatzmöglichkeiten vergleichen. Bleibt von den Werkzeugen nur Hammer, grobe Feile und Achterschlüssel übrig, wird man keine Uhr mehr reparieren, keinen Wecker mehr auseinander- und zusammenbauen können. Genauso verliert die Natur wertvolle Regulationsmechanismen, wenn Tier- und Pflanzenarten verschwinden. Zwangsläufig werden weitere nachfolgen, weil der Lebensraum immer weniger Geschöpfen genug Nahrung, Schutz, oder Grundlagen für die Vermehrung bietet.

In nie da gewesenem Ausmaß plündert der Mensch den „Werkzeugkasten“ der Natur. Gegen die rasanten Entwicklungen von vernichtenden Techniken durch menschlichen Erfindergeist und ihre verbreitete Anwendung ist die Natur mit ihren Regulierungsmechanismen leider nicht gefeit. Gifte, Autoräder, die rasche Zerstörung der Lebensraumvielfalt durch intensive Landwirtschaft und Bodenversiegelung, glatte, unwirtliche Hauswände ohne Winkel und Nischen, naturferne Gärten und selbst Rasenmäher lassen viele wundervolle Arten für immer verschwinden. In den Dörfern fällt zum Beispiel auf, dass sich hier nicht mal mehr die Schwalben willkommen fühlen. In vielen Orten sind kaum noch welche zu sehen. Karin Ulich

 

Tipp 102

Borreliose ist in unserer Region weit verbreitet, und es ist eine gefährliche, tückische Krankheit. Nun haben Wissenschaftler des Charité Berlin herausgefunden, dass die Infektion durch Weidetierhaltung von Rinder, Ziegen und Schafen sehr deutlich verringert werden kann: Wenn Zecken an diesen Tieren saugen, werden die Erreger durch deren Immunsystem abgetötet, so dass der Infektionskreislauf unterbrochen wird. Weidehaltung hat viele Vorteile, für das Wohlbefinden und die Gesundheit der Tiere, für Natur und Umwelt und auch für unsere Gesundheit, wie unter anderem dieses Beispiel zeigt. Den erhöhten Aufwand für den Bauern sollten wir gerne bereit sein, über die Milchprodukte zu bezahlen.

Tipp 101

 Jedes Jahr werden in Deutschland etwa eine halbe Million Rehkitze und junge Hasen beim Mähen der Wirtschaftswiesen getötet. Leider ist es wenig bekannt, dass die Bauern gesetzlich verpflichtet sind, Maßnahmen zu ergreifen, um diesen furchtbaren Tod zu verhindern. Dazu gehört, den zuständigen Jäger rechtzeitig zu verständigen und auch selbst die Wiese auf Jungtiere zu kontrollieren. Um älteren Tieren die Chance geben, zu fliehen, muss so gemäht werden, dass man entfernt von den Waldrändern beginnt und dort erst zum Schluss mäht, damit die Tiere in den Wald flüchten können. Vergrämungsmaßnahmen mit Flatterbändern, Knistertüten oder Duschradios, 24 Stunden vor der Mahd angebracht, reduzieren die Verluste auf die Hälfte, wie Untersuchungen in Niedersachsen ergaben.

Tipp 100

Der Gartenrotschwanz, der Vogel des Jahres 2011, wirkt fast exotisch mit seinem kontrastreich schwarz-weißen Gesicht, und dem Rot an Schwanz und  Brust, das am Bauch ins Gelbliche wechselt. Dieser kleine Zugvogel fällt im Frühjahr auf, wenn er - oft als erster Sänger im Morgengrauen - auf einem Zweig im Baum sitzt und singt. Aber man erlebt ihn fast gar nicht mehr. Weil ihm zunehmend sein Lebensraum genommen wird, hat der Bestand alleine in den letzten 20 Jahren um zwei Drittel abgenommen! Wir können ihm in Herbst und Winter durch Neuanlage und Erhalt von Streuobstwiesen und Pflanzen heimischer Laubgehölze das Überleben ermöglichen.

Tipp 99
Die UNO erklärte 2011 zum „Jahr des Waldes".
Der Wert eines naturnahen Waldes ist weit höher als der Erlös durch Holzschlag. Wald ist ein Bollwerk gegen Umweltgefahren! Unzählige Blätter nehmen große Mengen an Staub und Giftstoffen auf und kühlen durch Verdunstung im Sommer die Luft. Waldboden speichert große Mengen an Regenwasser und verhindert Überschwemmungen. Wald schützt den lebendigen Boden und speichert über organische Humusmasse gewaltige Mengen an Kohlendioxid, die frei werden, wenn das Bodenleben infolge von Waldsterben oder Kahlschlag abstirbt. Ein artenreicher Mischwald mit verschiedenen Baum-, Strauch-und Krautarten beherbergt viele seltene Tierarten. Und der Erholungsbedarf ist sowieso nicht in Geld zu bewerten. Das Glücksgefühl, die tiefe Zufriedenheit und Entspannung, die wir im Wald finden können, geben Trost und neue Kraft.
Silberweide und Mädesüß enthalten das entzündungshemmende Salicin. Schon die alten Griechen beschrieben die Heilwirkung bei Rheuma und Arthrosen! Heute wird der Wirkstoff z.B. in Aspirin genutzt. Die cremig - weiß - blühende Staude Mädesüß liebt wie die Silberweide nasse Böden.
Silberweiden sind unentbehrliche März-Bienen-Weiden und Rutenlieferanten für die Korbflechterei, zudem eine unschätzbare Hilfe zur Uferbefestigung und dank ihrer enormen Wasseraufnahmefähigkeit ein Schutz gegen Hochwasser und Staunässe, weshalb sie früher stetes Gräben und Wiesenränder begleiteten. Zum Schutz der Wasserqualität, der besseren Naturvernetzung und der Artenvielfalt schreibt das Naturschutzgesetz einen 5 m breiten Gewässerrandstreifen vor - ideal zur Anpflanzung von Silberweiden.. Ein Pflegeschnitt alle drei bis vier Jahre verhindert frühes altern, da das Holz weich ist und ungekürzte Hauptäste nicht abbrechen. Alte Weiden, die der Natur überlassen wurden, bieten dagegen in Astlöchern Bruthöhlen für Tiere, z.B. Eulen.
Zu „Lebensinseln im Siedlungsraum" sagte Horst Stern: „Viel, sehr viel kann der einzelne Gartenbesitzer tun. Lebensräume für Wildtiere schaffen ist nützlicher, spannender und billiger, als die Moden aus dem Hochglanzkatalog mit Exoten, Zierrasen und Springbrunnen kopieren zu wollen. Dichte Gebüsche aus einheimischen Sträuchern, ein kleiner Weiher mit Pflanzen und Tieren, die sich von selbst darin ansiedeln, Reisighaufen, Komposthaufen, Steinhaufen, Nistkästen - es gibt zahlreiche Möglichkeiten....."
Bei der Bereicherung des Gartens sollte man bedenken, dass er drei Dimensionen hat. Man kann in mehreren Etagen planen: Blumen und Wiese werden ergänzt von Stauden. Ihnen geben Büsche und Sträucher Rückendeckung, über allem wachen Bäume. Für alle vier Hausseiten gibt es geeignete Kletterpflanzen, die für Schutz, Schönheit und, sogar Platz sparend, für Nahrung sorgen. Denken wir nur an Wein oder Spalierobst an der Südseite! 
Damit offene Wasserstellen mit hohen, glatten Wänden, wie Schwimmbecken oder Eimer, nicht zu Todesfallen für Insekten, Katzen, Füchse oder Igel werden, sollte Rettung vorbereitet werden. Brettchen oder Stöckchen dienen als Ausstiegshilfe, schwimmende Rettungsinseln aus Holz halten das verunglückte Wesen bis zur Rettung am Leben. In Gartenteichen mit Schwimmblättern und flachen Ufern gibt es in dieser Hinsicht keine Probleme.
Zur Entwicklung der Kinder sagte Horst Stern: „Wir sollten die prägende Bedeutung der Lebensumwelt nicht vergessen. Wo Kinder nur noch von Leblosem umgeben aufwachsen, können nur Aggression und Destruktion gedeihen, nicht aber Fürsorge, Verantwortung, Zuneigung". Natur, die sich von alleine im Garten einstellt, sollte behutsam integriert werden, statt mit strengem Regiment zugunsten von Ordnung und Einfalt grundsätzlich als „Unkraut" verbannt zu werden. Kinder betrachten jedes Leben unvoreingenommen.
Waldbestände weltweit verringert
Aus dem „Weltwaldbericht" der FAO geht hervor, dass sich die Waldfläche auf der Erde in den letzten 20 Jahren um 3,3 % verringerte. Dabei verloren Südamerika und Afrika je ca. 10%, während sie in Europa und Asien geringfügig wuchs. Dabei ist zu bedenken, dass der Verlust sich auf die tropischen Urwälder bezog, während der Zuwachs durch Aufforstungen und Holzplantagen zustande kam.
Tipp 90
Schwalben machen glücklich. Ihr akrobatischer Flug, Ihr zwitschernder Gesang, das Vertrauen, ihre Nester dicht über unseren Köpfen in Ställen und in oder an zugänglichen Gebäuden zu bauen, dazu die Abhängigkeit von uns, in die sie sich begeben weckt freundschaftliche und fürsorgliche Gefühle. Vor wenigen Jahren noch wäre niemand auf den Gedanken gekommen, sie könnten einmal aussterben. Nun sind sie ernsthaft bedroht. Denn sie finden kaum noch geeignete Orte, um ihre Jungen groß zu ziehen. 
Längst ist es verboten, ihre Nester zu zerstören, doch vielfach wird es aus falsch verstandener Ordnungsliebe getan. Aus immer mehr Ställen werden sie ausgesperrt, Schlammpfützen werden Mangelware, einfältige Rasenflächen mindern das Nahrungsangebot an Insekten. Der Spatz könnte folgen. Der Nabu sowie der Landesbund für Vogelschutz in Bayern wollen sich ein Bild über die Lage machen und rufen auf, die Zahl der besetzten Nester zu melden und dazu die Veränderungen im Vergleich zu den Vorjahren. Die Gemeinde hilft, indem sie die Meldungen entgegen nimmt. Es würde uns Lebensfreude schenken, wenn sich künftig wieder mehr Schwalben heimisch fühlen könnten! 
 
Tipp 80
Im Jahr 2010 ist der Dachs Wildtier des Jahres. In den meisten Gegenden Deutschlands fühlt er sich in den Wäldern wohl. genau genommen erstreckt sich sein Verbreitungsgebiet über ganz Europa und Asien. Trotz seiner stattlichen 15 kg lebt der größte Marder von den meisten Menschen unbemerkt, denn nur nachts ist er unterwegs, um seine vielfältige Nahrung (unter anderem Insekten, Früchte und Regenwürmer) zu suchen. Tagsüber bleibt er in seinem Bau - einem wahren Meisterwerk an Tunnel- und Höhlensystemen. Daran haben viele Generationen von Dachsfamilien gebaut, bis zu 5 m tief, in Einzelfällen sogar Hunderte Meter lang. Darin ist dann auch Platz für andere Bewohner, zum Beispiel Fuchsfamilien, die gerne von der Vorarbeit der großen Baumeister profitieren. 
Tipp 79
Hungrige Hummeln und keine Chance für bunten Schmetterlingsnachwuchs, wenn nach den Gärten nun auch die Wirtschaftswiesen gemäht werden. Bauern, wollt dann nicht wenigstes Ihr helfen, Vielfalt zu erhalten? Lasst doch Randstreifen (so viel entbehrlich ist) rund um die Wiesen stehen, die ihr nur noch im Juli und Herbst einmal mit mäht. Dieses Netz von Wiesenblumen wird nicht nur uns und unseren Kindern viel Freude bereiten, sondern auch zur Erhaltung der Naturschätze beitragen. Schade, dass weiterhin so wenige Gartenbesitzer Freude an blühenden Wiesenblumen zeigen,...
Tipp 78
Am 21. April beging die Welt den "Tag der Erde", der schon 1917 ins Leben gerufen wurde, um auf die Verletzlichkeit der Schöpfung hinzuweisen. Das Motto heißt: "Global denken, lokal handeln". Lokal - das kann im eigenen Garten, auf dem Balkon oder dem Firmengelände sein. Doch wer seine Vorstellung von Ordnung aus dem Wohnzimmer ins Freiland transportiert, die Grünfläche nicht als lebendige, bunte Lebensgemeinschaft erkennt, sondern zu einer Art Teppichboden im Freiland zurechtstutzt und nur toleriert, was das Gartencenter hergibt, wird niemals begreifen, wie sehr Natur eigentlich unser Seelenleben bereichern könnte. 
Tipp 77
Hungrige Hummeln und keine Chance für bunten Schmetterlingsnachwuchs, wenn nach den Gärten nun auch die Wirtschaftswiesen gemäht werden.
Bauern, wollt dann nicht wenigstes Ihr helfen, Vielfalt zu erhalten? Lasst doch Randstreifen (so viel entbehrlich ist) rund um die Wiesen stehen, die ihr nur noch im Juli und Herbst einmal mit mäht. Dieses Netz von Wiesenblumen wird nicht nur uns und unseren Kindern viel Freude bereiten, sondern auch zur Erhaltung der Naturschätze beitragen. Schade, dass weiterhin so wenige Gartenbesitzer Freude an blühenden Wiesenblumen zeigen....
Tipp 76
Lasst die Korken knallen, kann man als Naturfreund empfehlen und denkt dabei an die echten, altmodischen Korkeichen-Korken. Denn die Korkeichenwälder werden nur solange erhalten, wie der Rohstoff Kork gefragt ist, die dicke Borke dieser Bäume. Geschält wird sie alle acht bis zehn Jahre von sehr alten Bäumen. Nur mit Flaschenkorken lassen sich die Preise erzielen, die den großen Aufwand rentabel machen. Für die Natur lohnt er sich: Unter den 160 Brutvogelarten dieser alten Wälder gehören sehr seltene Arten wie Kaiseradler und Schwarzstorch, fast alle Kraniche aus Nordwest-Europa finden dort ihr Winterquartier. Daher wählen Naturfreunde Wein mit Korkverschluss.
Tipp 75
Wenn jetzt Großstädte "Inseln der Artenvielfalt" sind, weil sie eine größere Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten beherbergen als der ursprünglich natürliche Lebensraum, so spricht das weniger für die Umweltfreundlichkeit der Städte als für die erschreckenden Artenverluste auf dem Lande. Dieses Schwinden ist auch in unserer Gemeinde sehr deutlich zu beobachten, und jeder einzelne möge sich dazu aufgerufen fühlen, dagegen zu wirken. Eine Hilfe dabei sollen die "Naturtipps" sein.
Tipp 74
Eine Wiese ist eine bunte Welt voller Leben, denn eine große Vielzahl von Blumenarten bietet Lebensraum für Schmetterlinge, Käfer, Grashüpfer, Hummeln, Zikaden. Es ist ein Erlebnis und Abenteuer direkt vor der Haustür, sich herunterzubücken, oder hinzulegen und sich in diese Miniaturwelt zu vertiefen. Was da alles krabbelt, flattert, blüht!
Doch kommt der Rasenmäher oder das Mähwerk am Traktor ist Schluss mit lustig.
Die Insekten sind tot, oder aber ihre Larven oder Raupen.
Wo man das Gras nicht für das Vieh braucht oder die Fläche zum Spielen oder Sitzen benötigt, sollte die Mahd auf 2x jährlich begrenzt bleiben, um nicht diesen faszinierenden Lebensraum zu zerstören. Und danach bitte das Gemähte zusammenharken und wegräumen, sonst ersticken die empfindlichen Blumen unter dem faulenden Gras und werden durch dessen düngende Wirkung von schnell wachsenden Gräsern verdrängt. Es dauert dann nicht einmal ein Jahr, bis die Pflanzengesellschaft zu einer artenarmen Fettwiese zusammengeschmolzen ist.
Tipp 73
Der Klimawandel hinterlässt bereits Spuren am Wald: So ist die Wachstumszeit länger geworden, da Blattaustrieb und Blüte im Frühjahr etwa 6 Tage früher, die Laubfärbung im Herbst etwa 5 Tage später beginnen. Das führt zu schnellerem Wachstum vieler Waldbäume, wozu auch die „Düngung“ mit Stickstoffverbindungen aus der Intensivlandwirtschaft über den Regen beiträgt. Der „saure Regen“ macht die Bäume gleichzeitig aber krankheitsanfällig, so dass der vermeintlich positive Wachstums-Effekt bei den Bäume letztlich zunichte gemacht wird.
Tipp 72
Flächendeckend fallen bei uns Fichten dem Borkenkäfer zum Opfer. Stress führt nämlich zur Schwächung der Bäume, was sie dem Befall schutzlos ausliefert. Die Ursachen dafür sind für die einst nur im Hochgebirge beheimateten Fichten der Klimawandel mit seinen häufigeren Trockenperioden und den zunehmenden heftigen Stürmen, die mit Windwurf für ein Schlaraffenland der Käfer sorgen. Eine Alternative wären Mischwälder mit wenigen Fichten.
Tipp 71
Wir tragen Verantwortung dafür, wie wir unseren Kindern und Enkeln die Erde hinterlassen. Deshalb sollte jeder versuchen, seinen Beitrag zu leisten, um den rasanten Klimawandel zu bremsen. Haushalt und Mobilität sind Bereiche, wo noch viel Energie unnötig vergeudet wird. Hier wäre Geiz wirklich geil!
Tipp 70
Ein ganz besonderer Vogel ist die Wasseramsel: Man kann diesen schwarzbraunen Vogel mit seinem weißen Lätzchen den ganzen Winter über an naturnahen, kleinen Gebirgsflüssen beobachten. Sie fällt auf, wenn sie wippend auf einem Flussstein sitzt um sich dann mit einem Hopser ins Wasser zu stürzen, wo sie, schwimmend oder am Grund entlanglaufend, nach Kleintieren sucht, von denen sie sich ernährt.
Tipp 69
Ein weiterer seltener Bewohner von Fließgewässern ist der prachtvoll blau schillernde Eisvogel, der mit seinem bunten Federkleid geradezu exotisch wirkt. Er ist unregelmäßig an Bächen und Flüssen, Teichen und Weihern zu beobachten. Für die Nisthöhle braucht er geeignete Lehmwände, wo er, gut verborgen vor Spaziergängern, seine Brutröhre hineinbauen kann. Außerhalb der Zeit seiner Jungenaufzucht taucht er nur als sporadischer Gast auf, der von einem über das Wasser ragenden Ast sitzend nach kleinen Fischen Ausschau hält. Er stürzt sich gezielt kopfüber ins Wasser und verzehrt seine Beute an Land.
Tipp 68
Nun sieht man nach leichtem Schneefall wieder wunderschön die Spuren der Wildtiere. Bei den Sprüngen der Hasen sind die Abdrucke der Hinterfüße immer vorne, da sie mit ihren langen Hinterbeinen vor die Vorderbeine greifen. Meister sind sie im Hakenschlagen: Durch unvermuteten, blitzschnellen Richtungswechsel hat sich schon mancher sein Leben vor dem weniger sportlichen Verfolger gerettet!
Tipp 67
Wenn es frostig ist und Schnee liegt, ist es sinnvoll, die hungrigen Vögel zu füttern. Bis zu 20 verschiedene Singvogelarten kann man durch das Fenster am Futterhaus beobachten - vorausgesetzt, die Vögel haben in der Nähe Anflugbäume oder Sträucher. Auch dürfen weder Marder noch Katzen den Futterplatz erreichen. So ist z.B. eine Blechmanschette um den Pfahl ein unüberwindbares Hindernis für die Vogeljäger
Tipp 66
Bis zum 15. Dezember muss das Federvieh im Stall eingesperrt sein, aus Angst vor der Vogelgrippe. Keiner kann sagen, wie groß das Risiko ist. Rechtfertigt es diese drastische Maßnahme? Die Gefahr ist unbekannt, daher die Vorsicht. Hoffen wir, dass als Gegengewicht zu den Fabriktierhaltungen, in denen sich nach Ausbruch einer Infektion im Nu alle Tiere anstecken, zunehmend kleine, artgerechte Freilandhaltungen entstehen - dann wäre das vorübergehende Leid der jetzigen Freilandhennen durch viele neue Freilandhennen wieder aufgewogen. Kaufen Sie Freilandeier von Bauern der Region - Sie unterstützen natürliche Tierhaltung.
Tipp 65
Der Steinmarder ist recht verbreitet. Die einen hören sein eiliges Getrappel auf dem Dachboden, andere fahren aus dem Schlaf und beobachten temperamentvolle Balz-Raufereien im Licht der Straßenlaterne.
Andere müssen Rechnungen für Nage-Schäden an Gummischläuchen im Auto bezahlen. Das kann verhindert werden, indem die Schläuche mit scharfem Pfeffer (Chili) eingerieben werden. Dann schmeckt es nicht mehr gut.
Tipp64
Es gibt mehrere Tricks, mit denen Bäume sich neuen Lebensraum erobern können, als den, von Tieren verbuddelt zu werden: So sind die Samen beispielsweise von Hainbuche, Ahorn oder Ulme in Flügel oder Rotorenblätter eingebettet, so dass sie schwebend oder trudelnd vom Wind fortgetragen werden. Beerentragende Pflanzen verlassen sich dagegen meistens darauf, im Tierdarm transportiert und an passender Stelle wieder ins Freie abgesetzt zu werden.
Tipp63
Die Fülle an heimischen Beerensträuchern könnte überwältigend sein, wenn man sich in den Gärten nur mehr auf sie besinnen würde! Für uns sind viele giftig oder ungenießbar, die von Vögeln dagegen mit großem Appetit verschlungen werden. Dazu gehören die leuchtend orangen Früchte in den zu vier grellrosa aufgesprungenen Kapselschalen des Pfaffenhütchens, die roten Beeren von Schneeball oder Vogelbeerbaum, die schwarzen Früchte von Kirschlorbeer, Liguster und wildem Wein.
Tipp62
Zu der Farbenpracht der Beeren kommt nun auch der fantastische Rausch der Farben des Laubes dazu. Es wirkt auf unser, womöglich durch Nebeltage gedämpftes Gemüt, beglückend, dieses Flammen von Tiefrot bis Golden zu erleben und die Blätter im Licht der Herbstsonne sacht zu Boden gleiten zu sehen. Ein Garten ohne diesen Herbstzauber ist ein öder Anblick und macht den Herbst trüber, als er ist.
Tipp61
Nun ist wieder Erntezeit im Wald und in den Gärten: Emsig sammeln Eichhörnchen und Eichelhäher Nüsse, Bucheckern, Eicheln oder Pflaumenkerne und verscharren sie an Stellen, die sie sich anhand von Baumwurzeln, Bodenerhebungen oder Gewächsen merken können. Alle Vorräte räumen sie im Verlauf des Winters allerdings nicht aus, so dass sie die wichtigsten Gärtner in der Natur sind und viele Sträucher und Bäume pflanzen.
Tipp60
Das Streuobstsaft-Projekt, dass der Bund Naturschutz vor zwei Jahren zusammen mit der Lindauer Bodenseefruchtsäfte-GmbH ins Leben gerufen hat, um die Bauern dabei zu unterstützen und zu motivieren, Streuobstwiesen zu erhalten und zu pflegen, wird Bauern und Naturfreunden am Freitag, den 23.9. um 16 Uhr im Rahmen einer Führung vorgestellt. Sicher dürfen die Gäste auch mal probieren!
Tipp59
Libellen erinnern in ihrer Flugtechnik durchaus an Hubschrauber - aber was für welche! Sie fliegen rückwärts fast so rasant wie vorwärts (sie erreichen bis zu 50 km/h!), bleiben in der Luft abrupt stehen und jagen in wilden Kurven ihre Beute. Erstaunlich, dass sie nur die kürzeste Zeit ihres Lebens als Luftakrobaten verbringen: Vorher jagen sie 3 - 4 Jahre Insekten unter Wasser als kriechende Larven. Zwei Drittel der zahlreichen Arten sind vom Aussterben bedroht!
Tipp58
Wenn man an der Hauswand in der Herbstsonne steht und Weintrauben nascht, ist es fast wie im Schlaraffenland. Wein ist anspruchslos und gedeiht am besten in Kies- und Schotterböden, die eher nährstoffarm aber wasserdurchlässig sind - wie es rund um die Häuser eben der Fall ist. Der Traubenfreund kann unter verschiedenen Sorten wählen, die Baumschulen geben gerne Auskunft. Auch über den richtigen Schnitt sollte man sich informieren, denn davon hängt die Erntemenge ab!
Tipp57
Nun blühen die Sonnenblumen. Nicht nur wir Menschen sind begeistert von ihrer fröhlichen Pracht, sondern auch verschiedene Meisenarten können es nicht abwarten, die leckeren Kerne zu picken. Es macht Spaß, ihnen bei ihrer akrobatischen Mahlzeit zu zusehen. Wer die Kerne für den Winter aufbewahren möchte, sollte rechtzeitig den verblühten Samenträger mit einem drum herum gebundenen Tuch, abdecken!
Für das nächste Frühjahr können Vogelfreunde schon mal planen: Wo überall ist noch Platz für Sonnenblumen?
Tipp56
Fällt es überhaupt noch auf, dass es fast keine Wiesenblumen und Schmetterlinge mehr gibt? Es scheinen sich die meisten einig zu sein, dass dieser "Unordnung" so schnell wie möglich der Garaus gemacht werden muss. Mit Penetranz mäht der Gartenbesitzer seinen Rasen, sobald einige Blumen blühen, und an Weg- und Straßenrändern wird nicht nur gemäht, sondern oft das faulende Mähgut gleich flächendeckend liegen gelassen. Es erstickt und überdüngt die Wiesenblumenschönheiten. So verschandeln und verarmen wir ohne Not unsere zauberhafte Heimat.
Tipp55
Ein Gartenteich bleibt niemals so, wie er angelegt wurde: Die Wasserpflanzen beginnen sofort, sich eilig auszubreiten. Je mehr Nährstoffe durch absterbende Pflanzenteile oder den Kot von Fischen zur Verfügung stehen, desto schneller geht der Verlandungsprozess vonstatten - wie in der Natur. So wird jeder Teich langfristig zum Sumpf und endet schließlich als Feuchtwiese. Jedes Stadium zeigt eine reizvolle Pflanzen- und Tierwelt. Aber man kann durch die Größe und Tiefe und durch Verringern stark wuchernder Pflanzen und durch Abschöpfen von Algen sowie toten Pflanzenteilen den Prozess verlangsamen.
Tipp54
Das Ideale ist ein Badeteich als Kombination von Schwimmbecken und Naturteich: Das wasserdichte Schwimmbecken wird zu einem Drittel mit Sand und Erde, aufsteigend zum flachen Ufer, aufgefüllt und mit Wasserpflanzen bepflanzt. So hat man seinen Schwimmteil, der durch die Vegetation natürlich gereinigt wird und deshalb nicht geputzt werden muss. Und gleichzeitig beglückt uns die Beobachtung des lebendigen Feuchtbiotops. Gartenbaubetriebe helfen bei der Umsetzung.
Tipp53
Selten geworden ist der Laubfrosch. Er macht im Sommer durch sehr lautes Quaken auf sich aufmerksam. Mit Geduld kann man versuchen, dem Geräusch nachzugehen und den grünen Quaker bei etwas Glück gut getarnt im Gebüsch sitzend finden. Da er klettern kann, sitzt er gerne in mehr als 1 m Höhe in Sträuchern. Man darf ihn jedoch keineswegs beunruhigen oder stören!
Tipp52
Dieses Jahr konnten sich sehr viele kleine Erdkröten und Grasfrösche in den Weihern entwickeln. Nun verteilen sie sich in der Landschaft auf der Suche nach einem geeigneten Lebensraum. Der muss Schattenspendende Vegetation bieten, wie dichte Hecken aus Laubgehölzen, blühende, ungemähte Wiesen, in denen Insekten leben, die als Nahrung dienen, dazu Verstecke unter Stein- oder Reisighaufen. Es ist für viele der Winzlinge unmöglich, einen Platz zum Überleben zu finden. Aber jeder Gartenbesitzer kann ihnen durch entsprechende Maßnahmen eine Chance geben!
Tipp51
Wie eine Lawine überrollt das rote Springkraut unsere Wälder, Feuchtgebiete, Ufer der Fließgewässer. Jedes Jahr breitet es sich weiter aus und unterdrückt die ursprüngliche Vegetation. Jeder Naturfreund sollte dabei mithelfen, es auszubremsen, durch Rupfen oder Mähen (zweimal). Es ist wichtig, keine Pflanze stehen zu lassen - sonst streut sie wieder Hunderte von Samen aus - für´s nächste Jahr! Gerade durch Regenwasser und Bäche werden die Samen schnell verbreitet.
Tipp 50
In der Gegend bei Lindau hielten sich Mitte Mai einige Tage lang bis zu 10 Weißstörche auf, was eine große Sensation war. Die Störche, die sich um diese Zeit in Trupps aufhalten, sind im Mai meistens keine verspäteten Zugvögel, die Rast machen, sondern eher vagabundierende Junggesellentrupps. Sesshaft werden Störche in intensiv genutzten Regionen mit hohen Niederschlagsmengen, wie es im Wiesen reichen Allgäu der Fall ist, kaum: Das Futterangebot ist zu gering auf den häufig gemähten und gedüngten Wiesen (Hauptnahrung: Heuschrecken!), und häufige, starke Regenfälle vertragen Störche nicht.
Tipp 49
Seit etwa zwei Jahren boomt der Handel mit Gartenmöbeln aus Tropenholz. Greenpeace und Robin Wood haben recherchiert und warnen: Die Umweltschutz-Zertifikate sind nicht gerechtfertigt und nicht kontrollierbar. Wer nicht zum rasanten Artentod in den asiatischen Urwäldern Indonesiens, Kambodschas und Burmas beitragen will, möge einheimische Hölzer wie Lärche oder Robinie mit dem FSC-Zertifikat (Forest Stewardship Council) kaufen!
Tipp 48
Nun sind die meisten Futterwiesen schon gemäht. Zahlreiche Insektenarten wie z. B. Bienen- und Hummelarten fanden hier Nektar und Pollen. Nun ist erstmal wieder die Nahrung knapp. Es wäre schön, wenn doch in den Gärten die Grünflächen blühen dürften, statt gemäht zu werden. Auch unsere Kinder hätten viel Freude an den bunten Blumen, den Schmetterlingen, Grashüpfern... Eine Wiese ist eine faszinierende Welt!
Tipp 47
In Fenstern spiegeln sich oft Sträucher und Bäume, auch täuscht der Blick von außen durch zwei Fenster hindurch einen Weg quer durch einen Raum vor. Daher kommt es oft vor, das Vögel in voller Geschwindigkeit gegen Fenster fliegen und sich schwer verletzen oder sterben.
Verhindern kann man diese Unfälle durch Greifvogelattrappen, die es als Aufkleber zu kaufen gibt - oder man bastelt sie selbst.
Tipp 46

Kätzchen an Bäumen - das ist gar nicht selten. Bei den silberpelzigen Weidenkätzchen und den flauschigen Pappelkätzchen ist der Name durchaus nachvollziehbar. Aber auch die goldenen bis grünlichen Blütenschwänzchen der miteinander verwandten Hasel, Birken und Hainbuchen werden Kätzchen genannt, ebenso die der Erlen. Gemeinsam ist ihnen allen, dass sie eine wichtige Lebensgrundlage für viele Tierarten bieten und eine kostbare Zierde für Gärten, Hecken, Wald- und Wegränder sind.
Tipp 45
Nun gesellen sich zum leuchtend gelb blühenden Löwenzahn die zartvioletten oder rosa Blütenstände des Wiesenschaumkrauts. Feuchte Wiesen sind diesen Kreuzblütlern der liebste Standort. Der auffallend schöne Aurorafalter mit dem leuchtenden orangen Fleck auf den Vorderflügeln legt seine Eier einzeln oben an den Blütenstängel des Wiesenschaumkrauts ab. Die Raupen leben von den Blüten und Schoten. Daher ist es für das Überleben des selten gewordenen Schmetterlings unbedingt nötig, in Waldrandnähe das Schaumkraut nicht zu mähen.
Tipp 44
Zu den letzten Heimkehrern unter den Zugvögeln gehören die Schwalben - immerhin haben sie einen Weg von rund 10.000 km zurückgelegt! Alle Schwalbenarten sind in den letzten Jahren stark zurückgegangen und stehen unter strengem Schutz des Bundesnaturschutzgesetzes. Es ist auch verboten, ihre Nester zu zerstören, selbst wenn sie, z. B. im Winter, verlassen sind. Wer sich durch Kot belästigt fühlt, kann zum Schutz Bretter unter den Nestern anbringen. Im übrigen kann sich glücklich preisen, wer diese liebenswerten Vögel an seinem Haus oder im Stall als Mitbewohner beherbergen darf! Übrigens: Sie brauchen Lehmpfützen als Baustoffquelle!
Tipp 43
So bescheiden Moos auch im Waldschatten wächst - es zieht doch die Aufmerksamkeit durch sein leuchtendes Grün und sein samtig wirkendes Erscheinungsbild auf sich. Wie ein weiches Kissen lädt es scheinbar zum Ruhen ein - aber es erweist sich als nasser Schwamm, denn Moos ist ein Wasserspeicher: Moos kann große Mengen an Regenwasser aufnehmen, die es allmählich an den Boden abgibt und so einerseits vor Überschwemmungen, andererseits vor Austrocknung wirksam schützt. Es gibt viele verschiedene Moosarten, und es macht Spaß, die Unterschiede mit der Lupe aufzuspüren.
Tipp 42
Efeu kennt jeder, vieles über ihn ist aber ziemlich unbekannt: Sein Streben hoch in die Baumwipfel ermöglichen ihm seine starken Haftwurzeln, mit denen er jedoch keineswegs am Baumsaft nippt. Er ernährt sich ausschließlich mit den Bodenwurzeln aus der Erde. Zum Bedrängnis für den "Kletterbaum" wird er im Laufe der Jahrhunderte (ja - so alt kann er werden!!) nur durch das Licht, das er ihm nimmt. Seine Blüte im Herbst ist ein willkommenes Bienenfutter - wir hören es am Summen!

Tipp 41
Nicht nur unsere einheimischen Vögel sind auf einen reichhaltigen Lebensraum bei uns angewiesen: Auch zahlreiche Gäste aus Nord- und Ost-Europa brauchen artenreiche Hecken und Bäume in unseren Gärten und unserer Landschaft. Zum Beispiel Erlenzeisige, Bergfinken, Schwanzmeisen, Seidenschwänze. Die Vernichtung von Gehölzen bei uns bedeutet Zerstörung von Lebensräumen und hat insgesamt weit verheerende Auswirkungen auf den Bestand der Vogelarten als der grausame Vogelfang in Mittelmeer-Ländern!!

Tipp 40
Den Kreuzschnabel, diesen Vagabund der hohen Nadelbaum-Wipfel, sieht man selten. Er ernährt sich fast ausschließlich von den Samen der Zapfen, und dazu ist sein gekreuzter Schnabel das perfekte Werkzeug. Er tritt in kleinen Trupps immer da auf, wo die Nahrung reichlich ist, und wenn das Angebot perfekt ist, entscheiden sie sich unvermittelt zur Brut, manchmal sogar mitten im Winter!

Tipp 39
Haben Sie schon ein Fernglas? Und ein Bestimmungsbuch für Vögel? Dann wird der Winter kolossal spannend unten am See, wo viele Wasservögel als Gäste den Winter verbringen. Der Bodensee ist europaweit als eines der wichtigsten Überwinterungsgebiete für zahlreiche Arten bekannt - bei Vögeln und Naturfreunden. Und wir haben dieses Kleinod direkt vor der Haustür! Nutzen wir es! Aber bitte immer aus einer Entfernung, die keine Unruhe unter den Tieren auslöst, denn sie müssen sparsam mit ihren Kräften haushalten.
Tipp 38
Unser Vogel des Jahres 2005 wacht des nachts auf hohen Felswänden und Bäumen: Es ist der Uhu, eine gewaltig große Eule. Etwa 470 Paare leben wieder frei in Deutschland. Nachdem der Uhu in den 60er Jahren fast ausgerottet worden war, waren strenger Schutz und aufwändige Zucht- und Wiederansiedlungsprogramme schließlich erfolgreich. Nun sinkt jedoch sein Bestand in Bayern wieder, denn Autoverkehr und Hochspannungsleitungen sind tödliche Gefahren, und Störungen durch Kletterer an seinen Brutfelsen führen mitunter zum Verlassen der Brut. Hier können Information und Verständnis der Sportler das Problem verringern.
Tipp 37
Manchen Tierarten wird ein schneearmer Winter zum Verhängnis, weil ihre raffinierte winterliche Tarnfarbe Weiß dann zum Signal für Fressfeinde wird.
Im Hochgebirge betrifft das den Schneehasen, bei uns das Hermelin, das wir auch in Sigmarszell ab und zu weiß leuchtend huschen sehen können. Der schlanke Mäusejäger wechselt erst im Frühling seine Fellfarbe wieder ins Sommerbraun. Nur die Schwanzspitze bleibt immer schwarz.
In schneearmen Regionen sorgt die natürliche Auslese jedoch dafür, dass Hermeline auch im Winter ihre braune Farbe behalten.
Tipp 36
Zum Gartenrundgang oder Spaziergang stecken Sie doch mal eine Lupe ein, um den Flechten nach zu spüren! Von diesen zähen Pionieren gibt es unzählige Arten. Sie finden sie auf Steinen, Betonmauern, Dachziegeln, Baumrinde. Diese unglaublich genügsamen Hungerkünstler leben noch unter extremsten Bedingungen, wie klirrende Kälte oder glühende Hitze: Alle halten Temperaturen von -20°C bis +70°C aus, einige sogar -196°C, andere bis weit über +100°C. Trockenheit ist für viele Arten auch kein Problem, solange zeitweise Luftfeuchtigkeit vorhanden ist. Der Überlebenstrick ist die Fähigkeit, blitzschnell auszutrocknen und sozusagen gedörrt zu überleben.
Was macht die Flechten eigentlich zu unnachahmlichen Pionieren? Es ist die unzertrennliche Lebensgemeinschaft (Symbiose) von Pilz und Alge! Jede Flechtenart besteht aus einer grünen Alge (die also mit ihrem Blattgrün durch Assimilation Traubenzucker produziert), und einem Pilz, der sie mit einem schützenden Mantel umgibt und Mineralien zur Ernährung aus dem Gestein löst. Flechten produzieren aus unwirtlichem Stein allmählich die organische Grundlage für anspruchsvollere Pflanzen.
Eifrige Naturtipp-Leser sind nun schon fast Flechtenexperten. Aber weiß auch jeder, wie man sie erkennt? Auf Steinen fallen sie meist als ungewöhnliche rundliche Farbflecken in grauen, gelblichen, bräunlichen, rötlichen, oft leuchtenden Farbtönen auf. Auch ihre Formenvielfalt ist enorm: Raue Krusten gibt es genauso wie verästelte Bärte, krumme, verzweigte Stöckchen oder kleine Becher. Bei der Vermehrung müssen beide zusammen bleiben. Die einfachste Methode ist es, wenn ein abgeschnürtes Stück Flechte an einem anderen Ort weiter wächst.
Tipp 35
Wald ist ein ganz besonderer Schatz, sofern er aus verschiedenen, bodenständigen Baumarten in allen Altersstufen gemischt ist. Wald reinigt die Luft, verhindert als gigantischer Schwamm Hochwasser, filtert das Trinkwasser, hält den Boden fest, ist Heimat für viele Tierarten und die menschliche Seele.
Für alle diese Aufgaben braucht der Wald Schutz und Pflege ....
Tipp 34
Eine schöne Herbstidee für Gartenbesitzer ist das Hügelbeet: Graben Sie ein Beet 20 cm tief aus und füllen sie es mit Gartenabfällen: Unten in die Wanne kommen Aststücke und Zweige, darüber die kleineren Sachen wie Unkraut und Blätter. Und die ausgegrabene Erde wird zum Zudecken des Hügels verwendet. Der Vorteil? Sie haben das Gemüse gut genährt auf einem Komposthaufen, der 3 bis 4 Jahre Humus liefert. Außerdem ist damit die Fläche viel größer!
Wühlmäuse kann man, wenn nötig, mit einem untergelegten Drahtgitter von diesem verlockenden Nest weghalten.
Tipp 33
Auf Spaziergängen durch die Natur entdeckt man hier und da Pflanzen, die man sonst nicht sieht. Entweder sind sie in der Region selten, oder sie stehen unter Naturschutz, weil es in Deutschland nur noch wenige Standorte gibt. Trotzdem erlebt man immer wieder, dass eines Tages die Pflanze verschwunden ist, weil sie jemand abgebrochen oder ausgegraben hat.
Die verheerende Konsequenz von solchem habgierigen, gedankenlosen Raub? Wir werden diese Pflanze hier nie wieder sehen, denn sie kann sich nun an ihrem Standort nicht mehr vermehren. Ein Beitrag zu ihrer Ausrottung wurde geleistet. Helfen Sie bitte mit, über diese Zusammenhänge aufzuklären, damit mehr Menschen Verständnis für den Erhalt der Naturschönheiten haben!
Tipp 32
Jede Tierart ist perfekt für ihr Überleben ausgestattet und nimmt die Welt auf ihre eigene Weise wahr. Beobachten Sie doch einmal eine Schnecke: Wie sie auf ihrer selbst erzeugten Schleimspur gleitet und mit den Fühlern die Hindernisse ertastet. Das obere Fühlerpaar trägt zudem Augen, die Hell und Dunkel unterscheiden können, mit dem unteren Paar riecht sie. Ihre Zähne sitzen in ordentlichen Reihen auf der Zunge , die wie eine Raspel funktioniert. Eine Schnecke ist zwar Mann und Frau zugleich, trotzdem paaren sie sich und tauschen Sperma aus. So wird der genetische Reichtum bewahrt.
Tipp 31
Maulwurf, Spitzmaus, Igel und Fledermaus sind miteinander verwandt - wer hätte das gedacht! Sie gehören alle zur Ordnung der Insektenfresser, was die Biologen am Gebiss erkennen, das sich ausgezeichnet zum Fassen und Verzehren von Kerbtieren, also Insekten und Spinnen, eignet. So sorgen diese ansonsten sehr ungleichen Verwandten dafür, dass die Insekten nicht überhand nehmen, was uns auch im Garten sehr entgegen kommt. Alle Insektenfresser stehen unter Naturschutz: Der Lebensraum jedes dieser Tiere muss bewahrt oder neu geschaffen werden.
Tipp 30
Wie finden Fledermäuse ihre Nahrung im Dunkeln, zumal sie keine guten Augen haben? Sie orten die fliegenden Insekten mit Echolot, indem sie, je nach Art, bis zu 250 Laute in der Sekunde ausstoßen. Unvorstellbar! Auf diese Weise sind sie bestens im Bilde über Gestalt und Größe jeder Beute und auch jedes Hindernisses. Tags schlafen sie in Ritzen, Baumhöhlen, auf Dachböden. Überlebenswichtig sind die Zugänge zu geeigneten Plätzen im Haus oder Schuppen. Das Holz darf nicht mit Holzschutzmitteln behandelt sein. Wie Sie helfen können, die Wohnungsnot zu lindern, erfahren Sie beim Bund Naturschutz, der unteren Naturschutzbehörde oder in entsprechenden Büchern.
Tipp 29
Pilze sind seltsame Gesellen: Ihre Vermehrung mit winzigen Sporen ist mit der von Bakterien, Algen, Moosen und Farnen gleich. Da sie kein Blattgrün haben, ernähren sie sich wie Tiere von organischer Substanz, meist von verwesenden Pflanzen. Es gibt sie in einer ungeheuren Vielfalt. Die auffälligen überirdischen "Pilze", die wir meist im Wald finden und teilweise essen können, sind nur ein Teil der Pflanze: sie sind nur zur Vermehrung da, sie bilden die Sporen. Das richtige Pilzleben findet im weit verzweigten, wurzelartigen Mycel-Geflecht unter der Erde statt.
Tipp 28
Viele Vögel verlassen uns vor der unwirtlichen Winterzeit. Vorher müssen sie sich an Insekten, Samen und Früchten eine Reisereserve zulegen - sie danken für lebendige, vielfältige Gärten! Die meisten Arten ziehen unauffällig von Strauch zu Strauch, von Baum zu Baum. Dabei suchen sie auch ständig Nahrung. Andere ziehen nachts und suchen tags Futter. Zugschwärme, die man am Himmel beobachten kann, sind eher die Ausnahme, zeigen uns aber auf beeindruckende Weise: Nun ist es Herbst.
Tipp 27
Es ist schwer, sich vorzustellen, wie die Wildtiere den Winter überstehen. Doch dafür gibt es viele Strategien: Während viele Arten sich ihren Vorrat anfressen und in Form von Fett speichern - das ja auch warm hält - legen sich andere, wie Eichhörnchen, Mäuse und Eichelhäher, Vorräte an. Entweder graben sie Nüsse und Eicheln an verschiedenen Stellen ein oder horten sie in Speisekammern im Nest, wie es die Mäuse und Hamster tun. Igel und Siebenschläfer schlafen tief und fest bis zum Frühjahr, der Dachs verschläft zwar immer wieder einige Tage, geht dazwischen aber auf Futtersuche.
Tipp 26
Der Siebenschläfer ist das Tier des Jahres 2004. Er steht unter Naturschutz, denn in den meisten Regionen Deutschlands kommt er nicht mehr vor. Doch in Süd-Deutschland klettert und springt das "Eichhörnchen der Nacht" behende von Baum zu Baum! - Solange es alte Baumbestände gibt, die ihm Wohnhöhlen bieten, dazu Eicheln als Ernährungsgrundlage, aus denen er den nötigen Winterspeck für seinen 7-monatigen Winterschlaf bildet. Auch Früchte (z.B. Wildkirschen), Bucheckern und Haselnüsse gehören auf seinen Speiseplan.
Tipp 25
Die Brennessel tut weh und ist zu nichts nütze? Großer Irrtum: Nicht nur als Gemüselieferant, Tee- und vielseitige Heilpflanze leistet sie gute Dienste, sondern auch für eine große Zahl von Insekten bietet sie oft sogar die ausschließliche Nahrungsgrundlage. Am bekanntesten sind die farbprächtigen Schmetterlingsarten Kleiner Fuchs und Tagpfauenauge, die es ohne Brennesseln nicht gäbe! Vielleicht haben auch Sie einen Brennesselwinkel auf Ihrem Grundstück, der mit zum Erhalt des Naturreichtums beiträgt?
Tipp 24
Es ist ein Genuss, an einem sonnigen Tag an einem blühenden Doldenblütler, z.B. einer Wilden Möhre, dem Bärklau, oder der Engelwurz zu verweilen und dem Treiben der vielen verschiedenen Insekten zuzusehen. Es herrscht ein eifriges Kommen und Gehen verschiedener Schwebfliegen- und Wildbienenarten; Weich- und Bockkäfer mit eindrucksvollen langen Fühlern tummeln sich hungrig. Am schönsten ist es, das im eigenen Garten zu erleben: Lassen Sie einfach ein paar Möhren stehen, denn nächstes Jahr entwickelt sich die Blüte. Auch die Raupe des schönen Schwalbenschwanzes hat eine Chance, sie lebt an Möhren.
Tipp 23
Heuschrecken sind meist Wiesenbewohner. Zwei große Gruppen kann man unterscheiden: Die Feldheuschrecken haben Fühler, die kürzer sind als der Körper und sie musizieren, indem sie die Hinterbeine an den Vorderflügeln reiben. Die Langfühlerheuschrecken dagegen haben sehr lange Fühler, und ihre Musikinstrumente sind ausschließlich die Flügel. Zu ihnen gehört das Grüne Heupferd, die größte Heuschrecke in Deutschland, die von kleinen Tieren lebt und die man manchmal in Sträuchern hört. Oder die höhlenbewohnenden Grillen, zu denen das Heimchen gehört, das gerne in Gebäuden lebt.

Tipp 22
Wer hat da ins Gras gespuckt? Keiner, denn hier lebt die Larve einer Schaumzikade, die sich mit selbst produziertem Schaum vor Fressfeinden und vor dem Austrocknen schützt, während sie sich vom Saft der Pflanze ernährt. Es gibt in blühenden Wiesen viele Arten von kleinen Zikaden in sehr unterschiedlichen Farben und Mustern. Ihre großen Verwandten in wärmeren Ländern verblüffen durch ihren kräftigen, lauten Gesang, den sie durch schnelles Ein- und Ausdellen einer runden Chitinplatte verursachen - wir können das Prinzip mit dem Deckel einer Milchflasche ausprobieren.
Tipp 21
Die rundlichen, pelzigen Hummeln sind in ihrem Sozialleben mit dem der Hornissen zu vergleichen. Aber sie richten sich ihre Wohnung anders ein: In kleine Höhlen oder Ritzen - meistens in Bodennähe oder in Mauselöchern - baut die überwinterte Jung-Königin ein dichtes Nest aus Moos und trockenen Pflanzenteilen, das sie von innen mit einem wasserdichten Dach aus Wach und Harz schützt. Ein Vorratsnapf aus Wachs wird mit Nektar für Schlechtwettertage gefüllt, bevor weitere Näpfe für die Brut mit nahrhaften Pollen und Nektar versehen werden, bevor darauf einige Eier gelegt und sie mit einem Deckel geschlossen werden. Die größeren Larven füttert die Königin. Später übernehmen die herangewachsenen Arbeiterinnen alle Arbeiten, so dass sie nur noch Eier legen muss.
Tipp 20
Schmetterlinge sieht man selten. Warum sind die bunten Sommervögel zugrunde gegangen? Vor wenigen Jahren waren rund 100 Arten unserer Tagfalter recht oft zu sehen, denn da fanden die meisten Arten noch ihre speziellen Futterpflanzen in der Vielfalt der Wiesenblumen, die ungedüngte Böden brauchen. Durch spätere und seltene Maht hatten Eier und Raupen eine Chance, sich zur neuen Generation zu entwickeln. Wenn wir ihnen wenigstens Streifen an Wegrändern und Garten-Oasen schaffen würden!
Tipp 19
Spannend ist Brachland: Wo der Boden umgewälzt wurde, z.B. an Baustellen, braucht man kein Gras zu säen: Viel ergiebiger ist es, abzuwarten, was von selbst wächst. Im Boden warten Tausende von Samen auf ihre Chance! Sie und auch zahlreiche Insekten - z. B. Schmetterlinge - werden sich über eine unerwartete Gesellschaft verschiedener Blumen- und Kräuterarten freuen.
Fehlt Ihnen der Mut? Dann kaufen Sie doch statt Grassamen eine Wildblumenmischung.
Tipp 18
Wunderschön ist das große, rosa blühende Indische Springkraut. Aber es überwuchert ungehemmt alle anderen Kräuter im Wald, an Bächen und in Feuchtgebieten. Es breitet sich unglaublich schnell aus und rottet die Vielfalt der heimischen Pflanzen aus. Es hilft nichts, Sie müssen helfen, es rauszureißen, wo immer Sie es antreffen. Mit 10 bis 15 Minuten bei jedem Spaziergang schaffen Sie schon eine Menge... Bitte helfen Sie, bevor es blüht und weiter aussamt.
Tipp 17
Es ist herrlich, wenn alles wieder grün geworden ist, blüht und wuchert!
Umso befremdlicher wirkt es, wenn Grundeigentümer mit der Herbizidspritze das Kraut auf Wegen, Böschungen, oder Beeträndern in totes Braun verwandeln. Es sieht nicht nur fürchterlich aus, sondern kann auch die Kanalisation, Bäche oder Grundwasser belasten. Wir appellieren: Herbizide gehören nicht auf privaten Grund! Zum Glück wissen das die meisten!
Tipp 16
Im Mai und im Juni bringen Rehe und Hasen ihre Jungen im hohen Gras oder Unterholz zur Welt. Für Hunde sind das Leckerbissen, nach denen sie gerne und leider oft auch erfolgreich stöbern. Lassen Sie daher bitte nicht ihren Hund in hohe Wiesen oder abseits der Waldwege laufen!
Tipp 15
Lärm zermürbt. Teilweise ist er nicht zu verhindern. Aber es gibt auch unnötige Geräusche, die jeder vermeiden kann, der die Ruhe im Dorf schätzt und seinen Beitrag zu einer besseren Lebensqualität für alle leisten will. Beispiele: Laute Musik oder Maschinen stören hinter geschlossenen Fenstern und Türen weniger. Fahrzeuge kann man ruhig und langsam fahren. Rasenmähen ist unnötig oder seltener möglich. Und selbstverständlich sind Mittags- und Nachtruhe einzuhalten.
Tipp 14
Ein regelmäßig gemähter Rasen ist nötig, wo viel gelaufen oder gespielt wird. Aber er ist kein Schmuck für den Garten, sondern einfältig und leblos. Nur wo Wiesenblumen ungestört blühen können, stellen sich Schmetterlinge, Hummeln, Grashüpfer und andere kleine Tiere ein.
Gönnen sie ihnen eine Oase in ihrem Garten!!!
Tipp 13
Ihr Haus wünscht sich einen lebendigen Schutz: Begrünen Sie es! Für alle Himmelsrichtungen gibt es eine Vielzahl geeigneter Kletterpflanzen - je nach Geschmack. Nur die Wahl ist eine Qual: Duftende Rosen? Welche Farbe? Lieber was zu essen, wie Wein oder Spalierobst? Ein feuriges Leuchten im Herbst durch Wilden Wein? Die gelbe Pracht des Winterjasmins wenn sonst nichts wächst? Die Begrünung von Hauswänden hat nur Vorteile, solange die Zweige sich nicht unter die Dachverschalung bohren. Ungeziefer kommt garantiert nicht in die Fenster!
Tipp 12
Was ein Fahrrad alles kann: Es stärkt Nerven und Konzentrationsfähigkeit, kann Fitnessstudio und Heimtrainer ersetzen oder auch ergänzen. Dazu hilft es wirksam, die Gesundheit dauerhaft zu erhalten. Es bewahrt aber auch die Umwelt vor Autoabgasen und Lärm und Tiere vor dem Straßentod. Und es verspricht täglich Spaß, Erlebnisse und Begegnungen... Und Sie kommen flott vorwärts damit! - Sind die Räder etwa noch im Winterschlaf? Kleiner TÜV und los geht`s mit dem besten Vehikel für alle Strecken bis zu fünf oder 10 Kilometern Entfernung! Viel Freude und gute Fahrt...
Tipp 11
Gärten können auf kleinem Raum eine bunte Welt vielfältiger Natur beherbergen. So auch einen lebendigen Teich. Zum Schutz vor Austrocknung mit Teichfolie auskleiden (falls der Untergrund nicht lehmig ist), und für die Überwinterung von Libellenlarven und Fröschen mindestens einen Meter tief graben. Auch Kombinationen zwischen Schwimmbecken und Naturteich sind möglich! Wichtig: Kleine Kinder können ertrinken, wenn der Teich nicht umzäunt ist! Anleitungen zur richtigen Anlage bieten verschiedene Naturgarten-Bücher.
Tipp 10
Eine Streuobstwiese ist ein Garten Eden: Hier lebt eine ungeahnte Fülle selten gewordener Lebewesen. Auch der menschlichen Seele tut alleine schon ihr Anblick gut, dazu wird Sauerstoff in reichlichen Mengen produziert. Die Naturschutzverbände setzten sich für die Rettung dieser gefährdeten Kulturlandschaft ein - mit regionalen kontrollierten Fruchtsaftprogrammen. Fragen Sie beim Getränkehandel! Auch bieten die Naturschutzverbände Informations-Broschüren an. Darunter ist neu erschienen: "Streuobstwiesen im Landkreis Lindau - Kulturlandschaft in Gefahr", die beim Bund Naturschutz Lindau unter 08382-887546 bestellt werden kann!
Tipp 5
Zum Jahr 2004 grüßt der Zaunkönig, der vom Naturschutzbund zum Vogel des Jahres ernannt wurde.
Der temperamentvolle, kleine Sänger wohnt gerne im menschlichen Siedlungsraum - vorausgesetzt, er findet Bäume, dichtes Unterholz und Reisighaufen vor. Das Männchen baut mehrere Nester versteckt in Bodennähe, sein Weibchen sucht sich eins davon aus. Können Sie ihnen Lebensraum bieten?
Tipp 3
Der Igel braucht als Lebensraum Laubbäume und -sträucher. Nur wo üppige, vielfältige Hecken und Bäume ihr buntes Laub und ihre Früchte abwerfen, die man liegen lässt, findet er Nahrung und Baumaterial für sein Winterschlafnest. Auch Ihr Garten kann ein "Igel-Wellness-Paradies" werden! Im Sommer frisst er zum Dank dann die Schnecken.
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