Tier & Mensch e.V.

Nikotin
Die Deutsche Frühstücksei GmbH, eine der größten Käfigeierproduzenten Deutschlands, ist ins Gerede gekommen. In ihren Eiern wurde Nikotin gefunden. Dieses Gift wird zur Bekämpfung von Milben eingesetzt, darf aber nur in leeren Ställen angewendet werden. Die Eier von 3 Millionen Hühnern dürfen vorläufig nicht ausgeliefert werden. Die infizierten Hühner müssen getötet werden. Ställe, in denen man nichts findet, werden nach und nach wieder freigegeben. Die Staatsanwaltschaft Oldenburg ermittelt. Der Unternehmer spricht von "Sabotage".
Wir erinnern uns: Vor Jahren wurde der berüchtigte Hühnerbaron Pohlmann angeklagt, weil er illegalerweise Nikotin so stark eingesetzt hatte, dass seine Arbeiter erkrankten. Später ließ er 100.000 Hühner ersticken, die er hätte nach Vorschrift töten müssen, weil Salmonellen gefunden wurden. Das war ihm aber zu teuer. Dieser feine Herr ging dann nach Amerika. Nun treibt er sein Unwesen in Tschechien, und es ist nicht ausgeschlossen, dass wir seine Eier zum Frühstück genießen. Guten Appetit also!
E.U.April 06
Unter den Teppich gekehrt?
Noch immer ist ungeklärt, wie der Nikotin-Skandal bei der „Deutschen Frühstücksei“ ausgegangen ist und welche Konsequenzen gezogen wurden. Das wollen nun die Grünen in einer Kleinen Anfrage vom Verbraucherministerium wissen. Bereits im November 2005 wurde die Affäre durch eine anonyme Anzeige bekannt, aber erst Ende März 2006 begann die Staatsanwaltschaft die Untersuchungen. Seitdem herrscht Funkstille. Welches Interesse, so fragen wir, haben die Behörden daran, diese Angelegenheit so lange zu verzögern und die Öffentlichkeit im Unklaren zu lassen?
E.U., Juli 06
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