Tier & Mensch e.V.
Verseuchtes Putenfleisch
Dänische Lebensmittelexperten haben hochgefährliche Salmonellen in deutschem Putenfleisch entdeckt. Hochgefährlich deshalb, weil diese Keime resistent sind gegen alle Antibiotika, die dem Menschen im Falle einer Erkrankung helfen könnten. Die Medikamente sind also wirkungslos.
Die Resistenz wird dadurch verursacht, dass in der Massentierhaltung den Puten (wie auch den Masthühnchen und Mastenten) die Antibiotika als "Leistungsförderer" und zur Vorbeugung vom Massenerkrankungen im Trinkwasser beigegeben werden.
Carsten Direske von der Organisation "Foodwatch" erklärte: "Das Problem mit der Antibiotikaresistenz beim Menschen wird weiter zunehmen, wenn nicht ein grundlegender Wandel in der Tierzucht und im Fleischkonsum eintritt".
Ab 2007 sollen EU-weit sämtliche antibiotischen Leistungsförderer in der Tiermast verboten werden. Warum erst dann? Weil die Tierfabrikanten noch nicht genug verdient haben. Die Gefahr ist seit Jahrzehnten bekannt, und wie viel Schaden inzwischen angerichtet wurde, wie viele Menschenleben das gekostet hat, das ist gar nicht abzusehen. Darüber schweigen sich die Statistiken aus.
Zur Vermeidung von Infektionen empfiehlt das Verbraucherministerium, das Fleisch abzuspülen, Auftauwasser wegzugießen, Geschirr zu reinigen, Hände zu waschen und das Fleisch "ausreichend" zu braten.
Wir empfehlen: ESST KEIN GEFLÜGELFLEISCH!
E.U., August 04
Esst kein Putenfleisch
Photo: E.Wendt
Solche Freilandhaltung findet man heute ganz selten!
Noch vor zwanzig Jahren war der Truthahn auf unserer Speisekarten nahezu unbekannt. Heutzutage gibt es in den Restaurants kaum noch was Anderes. Warum ist diese Fleisch auf einmal so billig?
Es liegt an der fabrikmäßigen Erzeugung durch unglaubliche Quälerei, und der BSE-Skandal hat noch dazu beigetragen, die Produktion zu steigern.
Die zur Zeit 7 Millionen Puten, die bei uns gehalten werden, sind in großen Ställen auf engstem Raum zusammengepfercht – bis zu 58 kg/m² , das sind etwa vier Tiere. Sie stehen im eigenen Kot, denn in der kurzen Zeit ihres Lebens wird nicht ein einziges Mal ausgemistet.
Die Tiere können sich kaum bewegen. Wegen des durch Qualzucht erlangten starken Fleischansatzes können die Knochen, die in der Entwicklung zurückbleiben, das Gewicht kaum noch tragen. Sie krümmen sich und verursachen Schmerzen. In den letzten Jahrzehnten sank die Dauer der Mast durch immer neue Züchtungen von 24 auf 20 Wochen. Das Endgewicht dagegen stieg von 8,3 kg auf 19,5 kg. Und die Futterverwertung nahm um das Doppelte zu.
Die Tiere sind überzüchtet, gequält und krank. Bei der hohen Besatzdichte ist das Infektionsrisiko natürlich sehr hoch. Also werden dem Kraftfutter, dem in Zukunft wahrscheinlich auch wieder Tiermehl beigefügt werden darf, Antibiotika und andere Medikamente beigegeben.
Die Rückstände essen wir mit dem Fleisch. Tun wir uns damit etwas Gutes? Leben wir dadurch etwa gesünder Raten Sie, wie viele Arbeiter nötig sind, um in einer modernen Anlage 20 000 Puten zu versorgen? Es sind zwei!
WER PUTENFLEISCH ISST, TRÄGT ZUR TIERQUÄLEREI BEI!
Ernst Ulich
Photo: E.Wendt
Das ist die Wirklichkeit!
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