Tier & Mensch e.V.
Die Schweiz ohne Käfige
Die Schweiz ist das erste Land, das die Legebatterien abschaffte. 1981 wurden die Auflagen für Konstruktionen von Käfigen verschärft. Es wurden mehr Platz, längere Sitzstangen und längere Futtertröge vorgeschrieben. Im Kampf für das Wohlergehen der Tiere setzten die Verbraucher ihren Willen durch. Zwei große Schweizer Handelsketten teilten ihren Lieferanten mit, dass sie ab 1989 keine Eier aus Käfighaltung mehr abnehmen würden. Nach einer Übergangsfrist von 10 Jahren für die alten Käfige galt faktisch ab 1992 in der Schweiz ein Käfigverbot. Seit 1996 vertreiben die Handelsketten, die etwa ein Drittel der in der Schweiz produzierten Eier verkaufen, auch keine importierten Käfigeier mehr.
Das Argument, dass die Schweizer Eierproduzenten durch stärkeren Tierschutz und höhere Produktionskosten ihren Absatz an die ausländische Konkurrenz verlieren würden, hat sich nicht bestätigt. Im Gegenteil, Eier Schweizer Herkunft, vergrößerten nach dem Käfigverbot ihren Marktanteil im Handel von 62% auf 75%, weil die Verbraucher alternativ erzeugte Eier eindeutig bevorzugten, obwohl sie dafür durchschnittlich 37% mehr zahlen mussten als für Importeier. Das Schweizer Ei wurde als Qualitätsprodukt geschätzt. So wurden die Importe von Käfigeiern zurückgedrängt, obwohl sie weiterhin freien Zugang zum Markt haben.
Seit September 2000 müssen importierte Konsumeier auf der Schachtel die Kennzeichnung tragen: "Aus in der Schweiz nicht zugelassener Käfighaltung". Diese Kennzeichnungspflicht gilt sowohl für den Handel als auch für die Gastronomie.
Einen hohen Anteil haben importierte Käfigeier aber bis heute dort, wo sie ohne Kennzeichnung auftauchen: in den verarbeiteten Lebensmitteln. Hier liegt der Anteil der Importeier bei 95%.
Heute gehen viele Schweizer Produzenten sogar über die gesetzlichen Mindestvorgaben hinaus. Jedes zweite Schweizer Huhn hat auch einen Auslauf im Freiland oder in einem Hof.
Quelle: BMVEL (Juni 2002)
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