Tier & Mensch e.V.
Tierversuche können Menschenversuche nicht verhindern!
Im „Tierärzteblatt“ wird zur Zeit heftig der Sinn oder Unsinn von Tierversuchen diskutiert. Die Aussage meines Leserbriefes zu diesem Thema möchte ich auch hier wiedergeben: Es gibt Tierärzte, die glauben oder zumindest die These verbreiten, Tierversuche würden den Menschen vor „Menschen-versuchen“ bewahren. Sie müssten es eigentlich besser wissen! Jeder Einsatz von an Tieren getesteten Substanzen an Menschen ist selbstverständlich ein Versuch, der nicht selten verheerende Folgen hat. Von zig tausend Toten aufgrund von Arzneimittel-Neben-wirkungen jährlich in Deutschland spricht die AOK - dazu unbekannte Dunkelziffer.
Das trotzige, sture Beharren auf einem längst ad absurdum geführten System kann ich nicht nachvollziehen. Warum werden bewährte In-vitro-Methoden kaum staatlich gefördert und auch dann nicht validiert, wenn sie ihre Zuverlässigkeit längst unter Beweis gestellt haben?
Warum müssen wir Tierärzte unser Image durch Meldungen über Rohheit, Unbarmherzigkeit und das grausame Töten vieler Millionen Mitgeschöpfe immer wieder ruinieren lassen? Die meisten von uns haben mit dem ursprünglichen Anspruch, für das Wohl der Tiere zuständig zu sein, den Beruf des Tierarztes gewählt. Darin unter-stützt uns auch der „Codex veterinarius“ - ein moralischer Grund-lagen-Katalog für tierärztliches Handeln. Doch wie sieht die grauenvolle Wirklichkeit aus??!
Statt das Tier zum „Tiermodell“ zu degradieren, stünde es Tierärzten besser an, sich im Bemühen um die menschliche Gesundheit der Erziehung zu gesunder Lebensweise zu widmen - was könnte da alles erreicht werden, ganz ohne Tieropfer: So könnten alleine 80% der Krebserkrankungen durch eine gesündere Lebensführung verhindert werden! Die meisten Leiden sind bei uns auf „Zivilisationskrankheiten“ zurück zu führen, dazu auf Drogen (Zigaretten, Alkohol). Und auf der anderen Seite der Erde sterben Millionen Menschen an bitterer Armut. Ursachenbekämpfung statt Flick-schusterei auf Kosten empfindsamer Tiere für menschliche Unvernunft wären angesagt!
Und wie viele Tiere erleiden Qualen und Tod alleine für Titel und Prestige ihrer Peiniger. Oder für den schnöden Mammon.
Ich bin von Herzen dankbar, dass es den Verein „Ärzte gegen Tierversuche“ gibt, der einen Weg aus diesem Gewissenskonflikt der Ärzte und Tierärzte zeigt und kann nur jedem Kollegen empfehlen, beizutreten.
Ärzte gegen Tierversuche e.V., Nußzeil 50, 60433 Frankfurt,Tel.: 069-519411, Fax.: 069-519507
Karin Ulich Aug.04 (Leserbrief im Tierärzteblatt)
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