Tier & Mensch e.V.
Vom Wohlergehen der Masthühner
Da es in der EU – im Gegensatz zu Legehennen, Kälbern, Schweinen – keine Haltungsrichtlinie für Masthühner gibt, überlässt man es den Tierfabrikanten, selbst zu bestimmen, was sie unter „tiergerechter“ Haltung ihrer ca. 350 Millionen Brathühnchen, die jährlich allein in Deutschland herangemästet werden, verstehen. Bis zu 50 000 Tiere werden in einem einzigen Stall gehalten, d.h., 25 Stück pro Quadratmeter. Acht Mal pro Jahr wird „ausgestallt“, denn ein Masthuhn ist nach weniger als 5 Wochen schlachtreif. Da kann man sich leicht vorstellen, wie es in einem solchen Stall aussieht. Und wie es riecht.
Waren wirklich Forscher der Universität Oxford nötig um festzustellen, dass das „Wohlbefinden“ der Tiere von der Besatzdichte und vom Klima im Stall abhängt? Das merkt doch jeder Laie, der Gelegenheit hat, mal einen solchen Geflügelbetrieb aus der Nähe zu bewundern.
Nun, nach mehr als fünfzig Jahren, beginnt die Europäische Kommission, Richtlinien für die Haltung von Mastgeflügel vorzubereiten. Das wird Jahre dauern, denn man kann sich leicht vorstellen, dass sich die Tierfabrikanten mit allen Mitteln dagegen sträuben, bessere Lebensbedingungen zum Wohle der Tiere herbeizuführen. Denn das geht an den Geldbeutel.
Man denke an den Kampf gegen die Batteriekäfige der Legehennen, der noch nicht ausgestanden ist.
Wer Brathühnchen isst, macht sich mitschuldig an der Tierquälerei.
Januar ´04, E.Ulich
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