Glyphosat: Vertuscht Bundesamt Krebsgefahr?

 

Glyphosat ist eine Goldgrube für Monsanto und nach Ablauf des Patents auch für andere Groß-Konzerne. Denn weltweit findet dieses Herbizid reißenden Absatz – es tötet fast zuverlässig alle Pflanzen ab, wird daher in der Landwirtschaft und selbst auf öffentlichem Grund oder in Privatgärten ausgebracht. Man kann die Anwendung  unschwer an den Folgen erkennen, denn die Pflanzen welken schnell dahin, frisches Grün wandelt sich zu Einheitsbraun. Da Glyphosat die Pflanzen austrocknet, kam man auf die Idee, auch Getreide- und Leguminosenfelder vor der Ernte zu besprühen, so gelangt es in Hülsenfrüchte und Getreide. Dadurch ist es zum Beispiel Bestandteil von Backwaren geworden, die aus konventionellem Getreide hergestellt werden.

Die größten Mengen werden jedoch in Süd-Amerika auf riesigen Monokulturen mit genmanipulierten Soja- oder Maiskulturen versprüht, die gegen den Wirkstoff resistent gemacht wurden. So kann ihnen das Gift nichts anhaben. Allerdings werden immer größere Mengen nötig, um das gewünschte Ziel zu erreichen, und es mit muss mit weiteren Chemikalien zu noch giftigeren Cocktails gemischt werden. Menschen und Tiere, die in derart intensiv belasteten Regionen leben, sind Opfer eines gigantischen Freilandversuchs. Hier zeigte sich auch, dass Glyphosat nicht harmlos ist, was in der Werbung behauptet wird. Es ist hochgiftig für alle Wassertiere und –pflanzen. Bei Anwohnern nehmen Lungen- und Lymphdrüsenkrebs zu, aber auch Erbgutveränderungen und Autismus bringen Wissenschaftler mit Glyphosat in Verbindung. Studien der Internationale Krebsforschungsagentur IARC haben eindeutige Befunde bei Tieren und Menschen ergeben, so dass die WHO Glyphosat als „wahrscheinlich krebserregend“ und erbgutschädigend einstufte.  Monsanto, Syngenta und andere Lobbyisten widersprechen dieser Einschätzung über ihre „Glyphosate-Task-Force“ vehement.

 

Die  EU entscheidet dieses Jahr über eine Verlängerung der Glyphosat-Zulassung. Die Warnung der WHO sollte eine klare Entscheidung leicht machen, jedoch regiert hier offenbar nicht gesunder Menschenverstand, sondern eine verhängnisvolle Abhängigkeit von Chemie-Konzernen:

Das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat die Aufgabe, als Berichterstatter eine Bewertung des Glyphosat für die europäische Lebensmittelbehörde EFSA zu erarbeiten. Es kommt zu dem Ergebnis, Glyphosat sei nicht krebserregend.  Diese erstaunliche Einschätzung war möglich, weil wichtige Forschungsunterlagen, die eine toxische Wirkung auf den Zellstoffwechsel („oxidativer Stress“) belegen, ignoriert und stattdessen Leserbriefe von Monsanto-Mitarbeitern als wissenschaftliche Studien genutzt wurden.

Dieses ist ein weiteres alarmierendes Beispiel dafür, wie stark die Interessen der Unternehmen bereits öffentliche Behörden durchdrungen haben.  Müssen sich aber die EU-Bürger bieten lassen, dass ihre Gesundheit den Profitinteressen der Chemie-Industrie untergeordnet wird? Im BfR sollten offenbar skrupellose Monsanto-Marionetten gegen unabhängige  Wissenschaftler eingetauscht werden. Die einzige Aufgabe und Pflicht des Bundesinstitut für Risikobewertung ist es schließlich, die Bevölkerung zu schützen.

Immerhin findet man bereits bei Untersuchungen bei bis zu 75% der Berliner und in allen kürzlich untersuchten Muttermilchproben den Giftstoff. Es handelte sich dabei um 16 Proben von Stadtbewohnerinnen aus verschiedenen Bundesländern, die keinen direkten Umgang mit Glyphosat hatten.

 

Nach Veröffentlichung der Studien zögert die EFSA nun allerdings mit ihrer Entscheidung und will die Unterlagen erstmal prüfen. Wir können mit Briefen an den Leiter der EFSA dazu beitragen, dass am Ende keine Genehmigung mehr erteilt wird – Nutzen Sie folgenden Link: Schreiben Sie jetzt an den EFSA-Chef Bernhard Url, damit Glyphosat keine Neuzulassung erhält!


 

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